Zwischen den Jahren

Ich bin kein allzu großer Freund dieser Zeit zwischen Weihnachten und Silvester, die landläufig zwischen den Jahren genannt wird. Meistens ist alles grau in grau, man (oder zumindest ich) hat durch die Völlerei in der Weihnachtszeit nahezu die Proportionen eines Michelin-Männchens (gut, leicht übertrieben) angenommen, irgendwie fühlt sich alles ein bisschen träge an und Rot-Weiss Essen spielt ja auch nicht. So ist das im Fußball: erst wünscht du dir mal eine Pause herbei, dann ist sie da und dann ist es auch wieder falsch. Fußballfans wie mir kann man hin und wieder gar nichts recht machen, aber da muss ich halt durch.

Ende Januar steht dann das erste Pflichtheimspiel des neuen Jahres 2022 an, natürlich direkt ein Kracher gegen den Wuppertaler SV. Und – im Stadion an der Hafenstraße, wie die Hafenstraße 97a dann offiziell firmiert. Eine wunderbare Lösung, einzigartig in Deutschland und fernab einer Check24-Arena oder eines Wick Medinait-Parks. „Hömma, Kai-Uwe, geh’n wa heute in die Check24-Arena?“ Nö, wir gehen in das Stadion an der Hafenstraße, oder eben zu den Roten. So, wie es immer schon war. Dazu kann man rein sportlich betrachtet gerade wirklich nicht meckern, Rot-Weiss Essen ist Tabellenführer, zwar knapp, aber eben doch vorne. Und mal ehrlich: so’n bisschen langweilig wäre es schon, würden wir die Regionalliga West à la Bayern München die Bundesliga beherrschen. Obwohl… nun, ich würde auch eine Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg mit 14 Punkten Vorsprung auf den Zweiplatzierten mit Kusshand nehmen, aber RWE wäre wohl nicht RWE, würden wir es nicht immer spanndend, manchmal auch dramatisch machen. Das gehört dazu seit ich denken kann, und entgegen anderslautender Gerüchte kann ich das schon ziemlich lange. RWE war schon immer Herzschlag und feuchte Hände bis zum Schluss, ohne ging es eigentlich nur selten. Du bist dann irgendwann auch abgehärtet, als langjähriger Anhänger von Rot-Weiss Essen. Kann ja eigentlich auch nicht schaden.

Was mir natürlich ein bisschen Sorgen macht, das ist die aktuelle Corona-Lage, und wie es in ein paar Wochen oder Monaten diesbezüglich aussieht. Der fiese Bastard Omikron, den eigentlich noch niemand genau kennt und der auch gar nicht eingeladen war dreht seine Runden, bis zum 7. Januar sind Geisterspiele Usus und was danach kommt, das weiß Stand heute tatsächlich noch niemand. Kein Politiker, kein Virologe, nicht du und schon gar nicht ich. Was ich mir wünsche: dass sich die Lage im neuen Jahr relativ früh entspannt, soweit man von Entspannung reden kann; dass ein halbwegs normales Leben inklusive eines Stadionbesuchs möglich sein wird und wir alle der Situation mit Augenmaß aber nicht mit Panik begegnen. Was ich bis dahin und zum Jahreswechsel sagen möchte: bleibt gesund, bleibt vorsichtig aber nicht aufgeregt und ich liebe Dich Nicole. Wir sehen uns dann hoffentlich im Januar, im Stadion an der Hafenstraße. Nur der RWE.

2 Kommentare zu „Zwischen den Jahren“

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