Wenn sich ein Unentschieden wie ein Sieg anfühlt

Eigentlich bin ich ja eher der Typ, der mit Unentschieden im Fußball nicht allzu viel anfangen kann. Unentschieden sind für mich oft verlorene Punkte durch verpasste Möglichkeiten, ich bin dann im Nachgang hin und wieder etwas unzufrieden, weil ich es im Fußball – wie auch im Sport allgemein – vorziehe, einen Gewinner und einen Verlierer zu ermitteln. Bevorzugt heißt mein Gewinner natürlich Rot-Weiss Essen, was in der Natur der Sache liegt.

Dann gibt es aber auch immer mal wieder diese Spiele, diese Unentschieden, die in mir nicht dieses oben beschriebene Gefühl auslösen, sondern das exakte Gegenteil. So wie gestern der wirklich überragende Kick von Rot-Weiss Essen gegen Dynamo Dresden im Stadion an der Hafenstraße, welcher für mich glasklar in die Kategorie „Zwar nicht gewonnen, aber irgendwie trotzdem gewonnen“ fällt. Denn selbst wenn der späte Ausgleich der Elbflorenzer in der 89. Minute fiel, und wir hier in Essen weisen eine gewisse Historie in niederschmetternden Gegentreffern kurz vor Abpfiff aus, so konnte man mit diesem Spiel trotzdem hochzufrieden sein. Denn erstens musste der RWE knapp 40 Minuten in Unterzahl agieren, bedingt durch eine Rote Karte, welche man zumindest als fragwürdig bezeichnen kann und auch sollte, und zweitens war die Leistung gerade im kämpferischen Bereich derart überragend, dass man nach Spielschluss eigentlich nur in zufriedene Gesichter blickte, die sich nach dem Ausgleich lediglich kurz schüttelten. Aber auch in Sachen Spielfluss und Taktik (wer mich kennt, der weiß, dass ich alles andere als ein Taktikfuchs bin und mehr Wert auf Mentalität lege) wurde gestern ein neues Level in dieser Spielzeit erreicht. Dynamo Dresden, vor diesem Spieltag immerhin auf Platz 4 der Tabelle notiert, wurde bis zu dieser ominösen Roten Karte fast durchgehend dominiert. Und auch noch ab dieser 55. Minute zeigte die Essener Mannschaft den Fußball, den man hier an der Hafenstraße sehen möchte, und der sich in den letzten vier bis fünf Auftritten auch in der Ferne bis auf wenige Spielminuten insgesamt jetzt auch manifestiert hat. Das Team wirkt homogen und gefestigt, nimmt das Heft des Handelns auch gegen tabellarisch überlegene Gegner schon mal in die Hand und ist von seiner eigenen Stärke überzeugt. Und ich bin davon überzeugt, dass auch Rückschläge wie der längerfristige Ausfall von Simon Engelmann sowie das temporäre Fehlen anderer Spieler daran nichts ändern werden.

Nur der RWE. Niemand ist größer als Rot-Weiss Essen.

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