Vorfreude par excellence

Knapp einen Monat – oder, um genau zu sein: 25 Tage – ist es jetzt her, dass Rot-Weiss Essen nach 14 Jahren Abwesenheit der Sprung zurück in den Profifußball gelang. Und, ganz ehrlich, meine Freundin muss mir ab zu immer noch das breite Grinsen mit einem handelsüblichen Eiskratzer aus dem Gesicht schaufeln. Denn sehr oft denke ich noch an diesen 14. Mai 2022. An das letzte und entscheidende Saisonspiel gegen Ahlen an der Hafenstraße; an das vorentscheidende 2:0, die gute Nachricht aus Münster, den Schlusspfiff und was dann alles geschah. Diese Explosion der Gefühle, das überfällige Brechen des emotionalen Staudamms nach 14 langen Jahren, die Katharsis. Oder einfach nur kurz – absolut geil war’s.

Stadion an der Hafenstraße, 14. Mai 2022

Obwohl man natürlich immer und in absolut jeder Liga und Lebenslage stolz darauf ist, Anhänger von Rot-Weiss Essen zu sein, so tritt man in diesen Tagen doch mit einem ganz anderen Gefühl, einem anderen, wiederentdeckten Selbstbewusstsein auf. Die zurecht verhasste, regionale Schweineliga wurde – hoffentlich für alle Zeiten – verlassen, RWE ist wieder im bundesweiten Profifußball vertreten und wird sich, davon bin ich überzeugt, dort auch auf Dauer etablieren. Es wächst wieder zusammen, was unzweifelhaft zusammengehört. Einige sagen jetzt, nur der Durchmarsch kann das Ziel sein, andere gehen von einem Kampf um den reinen Klassenerhalt aus. Wenn man mich fragt, also wer will – ich wähle die goldene Mitte. In der ersten Spielzeit sollte die Konsolidierung in der 3. Liga absolute Priorität besitzen, danach schaut man dann einfach mal erfolgsorientiert weiter. Der homogene und für die 3. Liga durchaus taugliche Kader bleibt so gut wie erhalten, einige Neuzugänge werden ihn wohl noch punktuell verstärken und mit Christoph Dabrowski wurde ein Trainer verpflichtet, der das Ruhrgebiet und damit die hiesige Mentalität sehr gut kennt. Ein Arbeiter, schon als Spieler, der kraftvollen Fußball pflegt und auch einfordert. Also so ziemlich genau das, was wir an der Hafenstraße sehen wollen.

Wie vor jeder Spielzeit, und mir wurde das in vergangenen Jahren ja hin und wieder zum Vorwurf gemacht, bin ich auch dieses Mal äußerst optimistisch. Nur, die Vorzeichen sind jetzt natürlich etwas anderer Natur. Das Ziel ist jetzt nicht mehr der unbedingte Aufstieg, sondern ein möglichst gutes Abschneiden in der 3. Liga. Und dem sehe ich sehr gelassen entgegen, weil die Verantwortlichen ruhig und sachlich an diesem Ziel arbeiten. Lasst uns zusammen den neuen Weg gehen, mit natürlicher Euphorie aber auch mit gesundem Realismus. Nur der RWE.

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