Football, bloody hell

Im Fußball gibt es hin und wieder diese Spiele, da ist man sich auch zwei Tage später noch nicht ganz sicher, wie genau man die denn jetzt einordnen soll. Hätte man mir zum Beispiel vor dem Kick von Rot-Weiss Essen gegen den FC Ingolstadt gesagt, dass wir als Aufsteiger gegen die ungeschlagenen und gerade erst aus der 2. Bundesliga abgestiegenen Schanzer, die dazu noch ohne Gegentreffer zur Hafenstraße kamen, ein 2:2 nach einer über weite Strecken wirklich guten bis sehr guten Leistung erzielen, ich hätte wahrscheinlich erwidert: „Jep, geht klar, nehme ich so“. Nach einer verdienten 2:0-Führung und dann zwei Gegentoren ab der 84. Minute jedoch, denen jeweils absolut unnötige wie fast schon hanebüchene Bolzplatzeinlagen vorausgingen, die ich auf der Tribüne nur noch fassungslos mit einem Blick auf den Boden und auf einen einsamen leeren Bierbecher quittierte, ist auch ein: „Verdammter Mist, das hätte man sich auch knicken können“ möglich. Wie gesagt, ich bin mir auch heute noch nicht ganz sicher, in was für ein Regal ich dieses Spiel rein ergebnistechnisch ablegen soll. Einen Punkt gewonnen, oder zwei verloren. Nichts Genaues weiß ich auch nicht.

Wenn ich mir dieses Spiel im Nachgang jedoch als Ganzes gebe, dann bin ich durchaus zufrieden. RWE legte die bis dato beste Saisonleistung an den Tag respektive auf den Rasen, bis zur etwa 75. Minute war man den oberbayerischen Audi-Vertretern klar überlegen, spielerisch, was nicht unbedingt zu vermuten war und vor allem auch kämpferisch. Das war die meisten Strecken des Spiels über das, was wir hier in Essen Hafenstraßenfußball nennen und auch einfordern, und am Samstag bekamen wir das auch. Was von den anwesenden Zuschauern während des Spiels frenetisch und – wichtig – auch noch nach Abpfiff gebührend und mit Respekt honoriert wurde. Ein fast perfekter Tag, wenn diese beiden Gegentreffer kurz vor Kante nicht gewesen wären. Aber wie es noch ein bisschen fieser geht, das hat ja etwas später an diesem Samstag Borussia Dortmund im heimischen Westfalenstadion gezeigt. Football, bloody hell.

Schlussendlich bewerte ich dieses Spiel gegen Ingolstadt positiv. Denn trotz der beiden späten Gegentore dürfte die Mannschaft aus diesem Kick reichlich Selbstvertrauen gezogen haben, durch das Wissen, auch einem von den reinen Fakten her überlegenen Gegner Grenzen aufzeigen zu können. Und wenn dieses Selbstvertrauen, diese Mentalität auch in den nächsten beiden Partien in Bayreuth und dann zu Hause gegen Aue gezeigt wird, beides Vereine, die sich in unmittelbarer Schlagdistanz befinden, dann sollten vier bis sechs Punkte daraus im Bereich des Machbaren sein. Nur der RWE.

2 Kommentare zu „Football, bloody hell“

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