Hinten kackt die Ente (sofern sie eine gute Verdauung hat)

Eigentlich war ich vor Beginn dieser Spielzeit fast schon unverfroren optimistisch. Nachdem Rot-Weiss Essen in der vergangenen Saison eine beachtenswerte 90-Punkte-Performance auf den Rasen hämmerte und nur um Löschpapierbreite von der gepimpten Zweitvertretung des BVB auf minimale Distanz gehalten wurde, sah ich meinen Verein und mich in Gedanken schon auf der direkten Siegerstraße in die 3. Fußball-Liga. Nach zwölf Jahren endlich raus aus diesem Hybrid namens Regionalliga West, ab in den reinen Profibetrieb. Gut, optimistisch bin ich tatsächlich vor jeder Spielzeit, aber dieses Mal war ich es noch einen kleinen Tacken mehr. Kein unseliges Zweitprojekt mehr direkt vor unserer Nase, die gehandelten Konkurrenten wie Preußen Münster, Fortuna Köln, Rot-Weiß Oberhausen oder den Wuppertaler SV schätzte ich zwar partiell als stark ein, aber eben nicht mit unserer Kragenweite ausgestattet. Kurzum – ich hatte mal wieder völlig beiseite geschoben, dass RWE es gerne mal spannend macht. Nicht immer, aber ziemlich oft.

Es begann ja auch recht vielversprechend. Über weite Strecken dieser Saison hatte wir nur wenige Wackler, mal auch ein wenig Glück, welches immer dazugehört und konnten die Konkurrenten meist auf Abstand halten. Nie wirklich beruhigend, auch mal aufgrund einer durch Corona und die üblichen Spielausfälle im Winter (Stichwort: arktische Scholle in Münster) etwas schiefen Tabelle, aber doch immer im Rahmen dessen, sich keine grauen Haare wachsen lassen zu müssen. Hab ich eh schon ein paar, reicht mir daher. Dann aber, die fast schon übliche RWE-Dramatik, die anscheinend im Drehbuch einer jeden Spielzeit festgeschrieben ist. Nach unserer erzwungenen Corona-Pause kamen wir ein bisschen, nun ja, ins Straucheln. Zwar lieferte die rot-weisse Mannschaft noch einen absolut überzeugenden Kick beim 3:3 bei Fortuna Köln ab, aber fortan war oft der Wurm drin. Zu viele Unentschieden, zu viele Auftritte, in denen leider nicht der letzte, unbedingte Wille erkennbar war. Dazu die am Grünen Tisch verlorenen Punkte im Heimspiel gegen Preußen Münster, verursacht durch einen bescheuerten Böllertouristen aus Marl, dem ich lebenslangen Durchfall wünsche. Plus einer meist abliefernden Truppe von der Hammer Straße. Wenn’s bei Rot-Weiss Essen dicke kommt, dann kommt’s wirklich immer dick.

Nun hat sich RWE endlich wieder gefangen, nach drei in aller Klarheit vermeidbaren Unentschieden zuletzt zwei souveräne Siege sprechen eine für mich deutliche Sprache, die Mannschaft scheint endlich erkannt zu haben, wie spät es auf der Uhr ist. Problem – wir haben es schon länger nicht mehr in der eigenen Hand, sind auf Schützenhilfe anderer Vereine, auf Patzer von Preußen Münster angewiesen. Noch drei Spieltage, neun Punkte zu vergeben, zwei Punkte Rückstand, die Tordifferenz identisch. Es gab schon Ausgangslagen, die mir deutlich sympathischer waren. Nichtsdestotrotz: Das Dingen wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit erst am letzten Spieltag entschieden. Im Heimspiel gegen Rot Weiss Ahlen, während Preußen Münster ebenfalls zu Hause auf die unangenehm zu bespielende Zweitvertretung des 1. FC Köln trifft. Showdown auf zwei Plätzen. Die Hafenstraße wird beben, und ich hoffe vor Freude. Wie man im Ruhrgebiet so schön sagt – warum sollte ich jetzt alles in den Sack hauen.

Nur der RWE.

3 Kommentare zu „Hinten kackt die Ente (sofern sie eine gute Verdauung hat)“

  1. Das mit dem Marler war mehr als bescheuert. Ich wünsche Euch die ausstehenden 9 Punkte und drücke die Daumen, dass es reicht. Ein Aufstieg in die Pleiteliga wäre super, dann aber mit Verstand durch die sehr rauhe Drittligawelt manövrieren.

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