Eiersuche

Es gibt diese Spieltage, da hast du im Vorfeld noch ein bisschen mehr Bock auf Hafenstraße als sonst. Das Osterwochenende, Kaiserwetter in Essen, Anpfiff um 15.30 Uhr, perfekt. Ich meine, du hast dann richtig, richtig Bock auf Hafenstraßenfußball. So geschehen gestern, am Karsamstag. Kaiserwetter, 15.30 Uhr… aber das erwähnte ich ja schon. Ging ja auch alles ganz gut los. 10.000 Zuschauer gegen eine Zweitvertretung, gute Stimmung auf den Rängen, Vorfreude pur. Anpfiff. Und nach einer guten Viertelstunde sickerte im Stadion duch, dass die Preußen aus Münster in Lippstadt in der Nachspielzeit noch den Ausgleichstreffer zum 3:3 kassierten. Jubel auf den Rängen, denn mit einem nur etwas höheren Sieg hätte man wieder die Tabellenführung übernehmen können. Ich sag mal, in diesem Moment flutete eine Welle der Euphorie das Stadion an der Hafenstraße. Ist nicht übertrieben.

Und was passierte in der Folgezeit auf dem Rasen? Anstatt die Euphorie aufzusaugen, sich von ihr tragen zu lassen, hat sich die rot-weisse Mannschaft im Laufe des Spiels sukzessive fallen lassen. Zwar gelang noch der Führungstreffer zum 1:0, resultierend aus einem Bock des Gegners, aber das war es dann im Prinzip auch schon. Keine Euphorie, keine erkennbare Gier auf das 2 oder gar 3:0 zu gehen. Dass kurz vor Ende noch der Ausgleich fiel, nur folgerichtig. Kein Hafenstraßenfußball, noch nicht mal im Ansatz. Vielmehr hatte man das Gefühl, dass jeder RWE-Spieler eine Bleiweste trägt und dazu noch einen Medizinball unter dem Arm. Und das machte, macht mich immer noch wütend. Denn ich weiß, ich habe es in dieser Spielzeit auch schon oft genug gesehen, dass diese Mannschaft es eigentlich besser kann. Aber seit ein paar Wochen, explizit wohl seit dem Spiel bei Fortuna Köln, wirkt sie gehemmt, teilweise ängstlich und oft führungslos. Keine Impulse auf dem Rasen, keine Impulse von der Seitenlinie. Teilweise gelingt es guten Fußball aufzuziehen, aber nach 20 oder 40 Minuten hat sich das dann auch schon wieder erledigt. Diese Mannschaft ist gerade dabei sich mit dem Hinten das umzustoßen, was sie sich über weite Strecken in dieser Spielzeit selbst aufgebaut hat. Und das lässt mich wirklich fassungslos zurück.

Ich möchte jetzt nicht mehr von den Spielern und auch nicht mehr vom Trainer hören, was alles besser werden wird, woran man arbeiten muss. Ich möchte, dass das auf dem Platz endlich sichtbar wird. Schon am Dienstag gegen Lippstadt. Denn durch Reden gewinnt man keine Spiele, nur durch die Einstellung, durch die Mentalität und durch die Ergebnisse auf dem Platz. Diese Mannschaft ist jetzt in der Pflicht zu liefern. Und es macht jetzt auch übehaupt keinen Sinn nach Münster zu gucken, was die so machen. Denn solange WIR nicht abliefern, ist das relativ egal.

Nur der RWE. Und ich hoffe, das Team verinnerlicht jetzt endlich diese drei besonderen Worte.

2 Kommentare zu „Eiersuche“

    1. Jep. Hat natürlich den Nachteil, dass ich am Sonntag zwei Stunden darauf verwenden muss, mich allein für Oberhausen vs Münster zu interessieren. Ich kann mir an einem Sonntag auch schönere Dinge vorstellen.

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