Tatsächlich Liebe

Ein Plädoyer: Warum RWE-Fanblogs wirklich wichtig sind.

Was wäre die Welt ohne Fußball, und explizit ohne Rot-Weiss Essen? Mit großer Wahrscheinlichkeit ein bisschen trüber, uninteressanter und mit deutlich weniger Emotionen versehen. Wir alle benötigen diesen wöchentlichen Kick in zweifacher Bedeutung, er ist Bestandteil unseres Lebens. Für den einen Anhänger mehr, für den anderen etwas weniger wichtig. Aber zweifelsfrei ist RWE immer präsent, in unseren Köpfen, in unseren Herzen, und – in den Medien.

Und da liegt hin und wieder – beileibe nicht immer – der sprichwörtliche Hund begraben. Denn manchmal möchte ich nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen oder in die Tischkante beißen, bei so manchen Artikeln oder Berichterstattungen diverser Medien, Zeitschriften über meinen Verein. Dies soll jetzt keine Generalanklage werden, gegen Verlagshäuser, Journalisten oder wen oder was auch immer. Aber sehr oft habe ich mittlerweile das Gefühl, dass manche Artikel nur erscheinen, weil sie erscheinen müssen. Wenn z.B. RWE im DFB-Pokal für Furore sorgt, oder es irgendetwas Negatives zu berichten gibt. Dann ist der virtuelle wie tatsächliche Blätterwald auf einmal voll von Artikeln und Kommentaren, die sich leider oft gekünstelt staatstragend, mal sämig anklagend oder auch mal einfach nur sichtlich gelangweilt mit der jeweiligen Causa befassen, vielleicht befassen müssen. Weil gerade jetzt aus Gründen der Tagesaktualität ein Artikel erscheinen muss, auch das leidige Thema Clickbait spielt da sicherlich eine Rolle. Und dann frage ich mich oft im stillen Kämmerchen, was jetzt ausgerechnet gerade diesen Autor bemüßigt, seinen Senf über Rot-Weiss Essen abzusondern. Vor allem dann, wenn er Rot Weiß Essen schreibt. Womit man sich schon ganz von selbst disqualifiziert.

Bitte nicht falsch verstehen – auch wir Fußballblogger freuen uns natürlich über jeden Click, selbstverständlich. Ansonsten könnten wir unser Zeugs ja auch zu Hause im Wohnzimmer im kleinen Kreis zum Besten geben, bei Kerzenlicht und einer Tasse Hagebuttentee (obwohl, ich würde beim Vorlesen Gin-Tonic trinken). Wir schreiben gerne, und jeder Blogger freut sich, wenn möglichst viele Menschen seine Texte lesen. Sinn der Sache, keine Frage. Aber das ist nicht die Hauptdirektive, die uns antreibt. Auch möchte ich niemandem einen Vorwurf machen, der mit Schreiben über Fußball, über Rot-Weiss Essen seinen Lebensunterhalt bestreitet. Denn das ist absolut legitim und in keiner Weise ehranrüchig, wirklich oft unterhaltsam, informativ und gut zu lesen. Aber ich selektiere mittlerweile schon ziemlich genau, bei all dem, was über meinen Verein, über Fußball generell erscheint, gerade online. Vieles ist da einfach nur überflüssig, schlecht recherchiert oder mit inhaltlichen Fehlern versehen weil in großer Eile zusammengeschustert. Leider. Aber das kann dann halt weg.

Was uns RWE-Blogger antreibt, im Gegensatz zu manch einem hauptberuflichen Journalisten, das ist die Liebe zu unserem Verein. Bei Uwe Strootmanns “Im Schatten der Tribüne“ (der gestern sein 15-jähriges Jubiläum beging, Congrats an dieser Stelle), bei Andreas Crom und seinem “Nullsiebenblog“; bei “Happos Unkaputtbar“, bei “Jawattdenn“, bei Christian Ruthenbeck und seinen Spieltagskolumnen in der “kurzen fuffzehn“, bei meinem Zeugs sowie bei allen anderen RWE-Fans, die irgendwo in den Weiten des Internets oder auf Papier ihre Meinung präsentieren. Wir machen das nicht, um Auflage zu betreiben oder einen Auftrag zu erfüllen. Wir machen das für unseren Verein. Akribisch, sorgfältig. Tatsächlich Liebe.

Nur der RWE.

4 Kommentare zu „Tatsächlich Liebe“

  1. Und das ist eben auch ein ganz wichtiger Unterschied, wenn man es als Beruf macht: die Liebe zu einem Verein sollte dann hinten anstehen. Darum können Fußballblogs und journalistische Artikel einander im Idealfall auch prima ergänzen, finde ich.

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      1. Jenes „Fachblatt“ ist wirklich in Teilen gaaanz was Spezielles. Und leider für manch andere inzwischen Vorreiter. Das war meine Kritik zwischen meinen Zeilen. Ich sehe das mit großer Sorge, wie sich die Clickbait- Masche verbreitet.

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