Die Rückkehr

Das lange Warten hatte gestern Abend endlich ein Ende. Rund 7.500 Anhänger fanden sich wieder in ihem Wohnzimmer Hafenstraße ein, und das war verdammt gut so. Schon auf der Anreise zum Stadion empfand ich diese wohligen Gefühle, wo man nur schwer beschreiben kann, wie Lothar Matthäus sagen würde. Und die ich wirklich vermisst habe. Das bekannte Pärchen bei mir am heimischen Bahnhof, beide in rot-weiss gekleidet, selig lächelnd auf einer Bank sitzend und auf die S-Bahn wartend, natürlich mit einer Flasche Stauder in der Hand. Der Essener Hauptbahnhof, endlich wieder mit vielen Menschen gefüllt, die klar als Anhänger von Rot-Weiss Essen gekennzeichet waren und auf ihren Bus zur Hafenstraße warteten. Die Fahrt im Bus zum Stadion selbst, erwartungsvolle RWE-Fans, die fachsimpelten, sangen, und, Überraschung, dabei eine Flasche Stauder tranken. Wie vor einiger Zeit mal im Magazin 11FREUNDE zu lesen war: dem geneigten Essener Rot-Weissen scheint an Spieltagen die Flasche Stauder regelrecht an der Hand festgewachsen zu sein. Warum auch nicht.

Dann die Ankunft am Stadion, vorbei am Impfnachweis-Check-in, was nicht nur für mich, soweit ich das beurteilen kann, ziemlich reibungslos vonstatten ging, die ersten Gänsehautmomente. Alle vier Tribünen geöffnet, die West sich stetig füllend, reges Treiben auf der Haupttribüne und auch auf der Gegengeraden. Nach einer Saison der Geisterspiele, wie eine Katharsis. Zwar noch nicht der gewohnte und erhoffte Normalzustand, aber doch schon ziemlich nahe dran. Wie es so wahr heißt: Was du wirklich liebst, das weißt du erst so richtig zu schätzen wenn es dir genommen wird. Und wenn du es dann wiederbekommst. Ein Freitagabend in einem gut gefüllten Stadion, mit stetig wachsender Menge und Stimmung, das ist schlicht und einfach unbezahlbar. Und als dann noch RWExperte Christian Ruthenbeck kurz vor Anpfiff mit seinem Metallica-Organ die Stadionlautsprecher einer wirklich harten Belastungsprobe aussetzte, da war es tatsächlich wieder da. Das Gefühl Hafenstraße. Und die Sonne schien auch noch.

Zum Spiel an sich, Rot-Weiss Essen vs. SV Straelen, wird sich der frisch rasierte Andy vom Nullsiebenblog sicher zu gegebener Zeit noch wie gewohnt ausführlich und taktiksicher äußern. Von mir dazu nur zwei kurze Anmerkungen. Erstens: ich gehe fest davon aus, eine Darbietung wie gerade in der zweiten Halbzeit in dieser Saison nicht mehr erleben zu müssen. Das ist für mich auch nicht verhandelbar. Zweitens: dass einige „Experten“ nach Spielschluss wirklich keine bessere Idee hatten, als die eigene Mannschaft anzufeinden, das ist unterste Schublade, lächerlich und hart dämlich. Danke für die Aufmerksamkeit.

Mein Mann des Tages: Stadionsprecherurgestein und lebende RWE-Legende Walter Ruege, der der erste und verdiente Träger der neu geschaffenen Georg-Melches-Medaille für besondere Verdienste um Rot-Weiss Essen ist. Als er diese Auszeichnung sichtlich gerührt und überrascht entgengennahm und sich dann vor der Westkurve den verdienten Applaus abholte, das war mein persönliches Highlight des gestrigen Abends.

Nur der RWE.

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