Reine Nervensache

Was ich ja im Fußball immer gerne anführe, auch wenn das einigen Lesern meines Blogs – manchmal sogar mir selbst – bisweilen zum Hals raushängt: eine Spielzeit ist kein Sprint, sie ist immer ein Marathon. Und gerade diese Corona-Spielzeit in der Regionalliga West, die kann man ja fast schon als einen Triathlon bezeichnen. 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen. Und zum Ende noch ein knackiges 400 m-Rennen als Sahnehäubchen. Nur, um das mal bildlich darzustellen. Dazu gesellen sich bei mir die üblichen Phrasen, für die man im Doppelpass auf Sport1 zurecht einen Schein ins Schweinderl stecken muss. Eine Oper ist erst vorbei, wenn die dicke Frau gesungen hat, hinten kackt die Ente, und ein Stones-Konzert ist immer erst dann zu Ende, wenn Mick Jagger „Satisfaction“ gesungen hat. Letztere ist übrigens von mir, und ich überlege mir ernsthaft, die auf meine rot-weissen Visitenkarten zu drucken. Allerdings bräuchte ich dafür erstmal welche.

Der Grund für diese Zeilen dürfte jedem Anhänger von Rot-Weiss Essen bekannt sein. Während der allseits beliebte RWE gestern seine Pflichtaufgabe (ja, ich nenne das ganz bewusst so) mit einem 4:1 gegen den VfB Homberg recht souverän erledigte, kam das allseits unbeliebte Zweitprojekt des BVB (ja, ich nenne das ganz bewusst so) nicht über ein 3:3 gegen die kleinen Blauen aus Gelsenkirchen hinaus. Und das nach einer formidablen 3:0-Führung. Woraufhin sich in meinem Kopf nur ein einziges Wort manifestierte. „Hahaha“. Ja, sie können also doch noch patzen, und das ziemlich grandios, die Zweitlinge aus Dortmund, die bisher so unaufgeregt ihr Programm abspulten. Dazu passt eine Formulierung, eine Feststellung ganz gut, die ich heute Morgen beim allseits (heute ist allseits-Tag) bekannten RWE-Fan Ralf Schuh auf Facebook las, und die ich nur allzu gern unterschreibe. „Ich bin mir sicher, dass wir seit gestern wieder in den Köpfen der jungen BVB-Spieler sind.“ Ja, wir sind ganz sicher wieder in deren Köpfen drin, egal, wie das aus der Roten Erde kommuniziert wird. Denn wenn du einen satten 3:0-Vorsprung verspielst, und dabei spielt es keine Rolle, wie dies geschieht, dann kann dir das schon mal einen kleinen bis mittelgroßen Knacks versetzen. Gerade gegen Ende einer langen Saison. Muss nicht, kann aber. Vor allem dann, wenn du noch ziemlich jung bist und es dir ein bisschen an Erfahrung mangelt.

Nun, es sind jetzt noch fünf Spieltage auf der Uhr, zuzüglich eines Essener Nachholspiels. Ich will hier jetzt gar nicht die jeweiligen Gegner anführen, erläutern, wer das leichtere oder schwerere Restprogramm hat oder haben könnte. Nein, jetzt geht es endgültig auf die Zielgerade, und nun kommt es ganz besonders – auch – darauf an, wer einfach nur die besseren Nerven hat. Eine recht erfahrene, weil altersmäßig gut aufgestellte Essener Mannschaft, oder ein junger Haufen aus Dortmund. Wir werden sehen. Reine Nervensache.

Nur der RWE.

4 Gedanken zu “Reine Nervensache

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