Don’t give up

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, niemals etwas zu schreiben, einen Text zu verfassen wenn ich dezent einen in der Kirsche habe. Okay, bei meinen meisten – nein, bei allen – Blogeinträgen nippel ich an einem Glas Wein, oder an einer Flasche Bier. Aber diesmal, nachts gegen 01:00 Uhr, bin ich schon ziemlich ströten. Dabei war ich noch nicht mal in einer Kneipe, das geht ja gerade leider nicht, aber ein Samstagabend auf der Couch mit „Deutschland sucht den Superstar“ tut sein Übriges. Deswegen bitte ich, etwaige Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu verzeihen.

Ja, ich habe die Tabelle gelesen. Wir liegen Stand heute ziemlich aussichtslos zurück. Keine Frage. Das Zweitprojekt des BVB spult geschäftsmäßig sein Programm herunter, während wir taumeln wie ein angeschlagener Boxer in den Seilen. Die Niederlage beim Tabellenletzten in Ahlen, das Last-Minute-Gegentor gestern in Oberhausen, das waren – ich bleibe jetzt mal ganz bewusst in der Boxersprache – zwei ziemlich schwere Kopftreffer. Übel. In der Regel, erholst du dich davon nicht mehr. Du taumelst, wankst, wartest nur noch auf das Ende des Kampfes, während du in deiner Ringecke hängst, wie ein nasser Sack Kartoffeln. Du fragst dich, wo zur Hölle du noch die Kräfte hernehmen sollst, um die nächsten Runden zu überstehen. Eigentlich bist du fällig für den Knock Out. Und dann nur noch Dunkelheit.

Aber was macht das mit dir, als Fußballfan, als Anhänger von Rot-Weiss Essen? Bist du wirklich bereit, den Ist-Zustand als gottgegeben zu akzeptieren? Oder sagst du dir – moment, scheiß drauf, ich nehme das so nicht hin? Ich weiß, die Motivation, diese Zeilen hier zu akzeptieren, dürfte bei manchen bei Null liegen. Und ich kann das verstehen, wirklich. Nur – kannst du dich an weite Teile dieser Spielzeit erinnern, denn so lange ist das noch nicht her, dass diese formidable Mannschaft dir zeigte, was sie eigentlich kann? Dass sie dich mit ihrer Begeisterung und ihrem Einsatz für das Spiel Woche für Woche, Monat um Monat durch deinen Tag gebracht hat? In der Liga, wie im DFB-Pokal? Und nein, das hier, das soll ganz sicher nicht in einer plumpen Durchhalteparole ausarten. Dafür bin ich zu alt, und du würdest mir das eh nicht abnehmen. Aber jetzt mal ganz ehrlich – eine Oper ist erst vorbei, wenn die dicke Frau gesungen hat. Und das hat sie noch nicht. Und im Fußball sind schon mehr außergewöhnliche und manchmal völlig unverständliche, verrückte Dinge passiert, als einen Rückstand dieser Art aufzuholen. Ich weiß, es scheint für manche nahezu unmöglich. Aber ich bin noch nicht bereit, hier und jetzt aufzugeben. Denn das war noch nie eine Option. Nicht als Blogger, nicht als Anhänger von Rot-Weiss Essen. Völlig egal, ob angetrunken oder nicht. Und deswegen, öffne ich jetzt noch eine voraussichtlich letzte Flasche Bier.

Gute Nacht. Nur der RWE. Und Cheers.

2 Kommentare zu „Don’t give up“

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