Quarterback


Normalerweise schreibe ich nicht explizit über aktuelle Spieler, respektive beurteile sie nicht, weil ich immer gerne eine Mannschaft als Ganzes betrachte. Heute breche ich jedoch mit dieser Angewohnheit, weil Rot-Weiss Essen die Vertragsverlängerung mit Dennis Grote bekannt gab. Und seien wir ehrlich – so viele gute Nachrichten gibt’s im Moment ja leider nicht.

Warum also ausgerechnet Dennis Grote? Weil er der Typ Spieler ist, den jede Mannschaft unbedingt braucht. Der Quarterback, der ein Spiel lesen kann, dirigiert, bei Bedarf schneller oder auch mal langsamer macht und der sich auch nicht zu schade ist, den knallharten Abräumer zu geben. Der Maschinist im Zentrum (oder auch mal dahinter) des rot-weissen Spiels. Dazu bedarf es keiner Kapitänsbinde und auch nicht einer bestimmten Rückennummer; alles, was es dazu braucht, das ist die richtige Einstellung, die Erfahrung, die Routine und die Übersicht. Spieler nach meinem Geschmack.

Ich stelle mir heute auch wieder einmal die Frage, warum Dennis Grote in der vergangenen Spielzeit kurz nach Saisonbeginn so gut wie keine Berücksichtigung mehr fand, ist er doch, wie mittlerweile für jedermann ersichtlich, eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Stellschraube im Essener Spiel. The answer, my friend, is blowin‘ in the wind. Einige werden jetzt einwerfen – das ist doch Simon Engelmann. Dazu kann ich nur sagen – klar, auch ein Simon Engelmann ist mit seiner Torquote ein sehr wichtiger Spieler. Aber ein Stürmer kann auch nur treffen, wenn hinter ihm ein vernünftiges Spiel aufgezogen wird. Ein Amara Condé oder ein Cedric Harenbrock können nur dann glänzen, wenn hinter ihnen der Laden in Schuss gehalten wird. Und das ist der Grund, warum Dennis Grote so wichtig für diese Mannschaft ist. Er ist der Quarterback.

Der Quarterback ist der Spielgestalter und damit der Kopf. Er muss den nächsten Spielzug seinem Team vermitteln und ihn dann umsetzen. Noch vor und auch während der Ausführung muss ein guter Quarterback in der Lage sein, den geplanten Spielzug an die Gegebenheiten und die Reaktionen der gegnerischen Defensive anzupassen und die beste ihm zur Verfügung stehende Möglichkeit auswählen.

Nun ist Dennis Grote ja „schon“ 34. Etwaigen Skeptikern kann ich da nur entgegenen – ein Bjarne Goldbæk war noch mit 36 und auf nahezu identischer Position ein überaus wichtiger Baustein im Essener Spiel, konkret – er war der Maschinist. Und nichts wäre mir lieber, als die 3. Bundesliga mit Rot-Weiss Essen und Dennis Grote im Maschinenraum.

Nur der RWE.

 

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