Wechseljahre


Zur Zeit läuft’s ganz gut, an der Hafenstraße 97a zu Essen. Zwar ist noch nicht alles Gold was da so schön glänzt, aber wenn man sich speziell den Monat Dezember der letzten acht, neun Jahre respektive Spielzeiten mal so ins Gedächtnis ruft, dann hat Rot-Weiss Essen schon einiges an Nuggets angehäuft. Goldene eben, nicht die pappigen Hühnchenteile von McDonald’s. Ungeschlagener Tabellenführer der Regionalliga West nach dem 19. Spieltag, die zweitmeisten Treffer erzielt, die wenigsten kassiert. Ich bin jetzt lange genug dabei, um diesen Ist-Zustand, trotz guter finanzieller Möglichkeiten und sehr guter Kaderplanung als nicht selbstverständlich anzusehen. Denn oft genug in den vergangenen Jahren, war der Kader ebenfalls rein von den Namen her gut besetzt. Aber er passte oft genug auch einfach nicht richtig zusammen, war nicht wirklich homogen und in sich stimmig. So, wie dies nun ganz offenkundig der Fall ist.

Natürlich, siehe oben, es ist noch nicht alles das vielbeschworene Gold. Manchmal kommt die rot-weisse Truppe, wie am Samstag gegen die kleinen aber durchaus fiesen Geißböcke aus Köln etwas schwer ins Spiel, manchmal nimmt sie sich in der Mitte oder gegen Ende eines Matches eine kleine „Auszeit“, wobei ich Auszeit tatsächlich in Gänsefüßchen verstanden wissen will. Denn ich kann (will) zur Zeit angesichts dieses monströsen Corona-Spielplans von keiner Mannschaft erwarten, über 90 Minuten eine vollumfängliche Dominanz auf den Rasen zu hämmern. Ich gestehe da prinzipiell dem Team ein paar Hänger zu, und diese waren bis jetzt ja auch nur marginaler Natur und haben sich nicht als verhängnisvoll erwiesen. Ungeschlagen nach 17 Spielen, mein Freund. Das ist die Zwote des BVB nicht mehr, auch wenn sie uns mit weniger Spielen im Nacken hängt. Aber wie ich bereits im letzten Blogeintrag erwähnte: Wir machen erstmal unsere Hausaufgaben, später dann beurteilen wir vielleicht die von anderen Vereinen. Der Weg zum Ziel führt schlussendlich nur über uns.

Ein Wort noch zu Dennis Grote, der am Samstag mit dem Rücken zum Tor ein lässiges Tor des Monats aus dem Fußgelenk zauberte. Für mich nicht nur deswegen, wenn fit, ein gesetzter Spieler. Antreiber, Dirigent, Quarterback, Kämpfer und Torschütze. Mir ist absolut unverständlich, dass Grote in der letzten Spielzeit quasi außen vor war. Um gar nicht erst um den heißen Brei herumzureden: Es ist mit großer Sicherheit von Vorteil, einen Tainer zu haben, der zuvorderst nach Leistung aufstellt, und nicht einen, der zumindest teilweise nach persönlichen Befindlichkeiten agiert. Die Herren Neidhart und Titz dürfen sich jetzt die jeweiligen Stiefel anziehen, die ich einen Tag nach Nikolaus in den virtuellen Flur stelle. Ich denke, beide könnten passen.

Nur der RWE.

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