Die Suboptimalität der Unentschieden


Lassen wir mal das Unentschieden gegen Wiedenbrück zum Ligastart außen vor, respektive die Diskussion darüber, ob es sich dabei um einen Fehlstart in die Spielzeit handelt oder nicht. Ich sehe das nicht so dramatisch, lasse aber jedem seine Meinung. Nein, mir geht es heute um Unentschieden an sich. Denn Fakt ist: Ich mag sie nicht besonders. Warum? Ich sehe Sport und explizit den Fußball ganz altmodisch als eine typische „Entweder gewinnst du, oder du verlierst“-Sache. Will sagen, ich bin meistens etwas genervt, wenn auf dem grünen Rasen kein Gewinner ermittelt wird. Deswegen bin ich auch ein großer Freund von K.O.-Spielen im DFB-Pokal und ähnlichen Wettbewerben; in solchen Kicks gibt’s immer einen Gewinner und einen Verlierer. Entweder das Gefühl des rauschenden Sieges (wie am vergangenen Montag nach dem Match gegen Arminia Bielefeld), oder die bittere Pille. Für mich, macht genau das den Fußball aus.

Natürlich gibt es auch Unentschieden, die im Nachgang positiv zu bewerten sind. Wenn zum Beispiel ein Abstiegskandidat ein Remis beim erklärten Titelfavoriten erkämpft, dann ist das aller Ehren wert. Und selbst ein Unentschieden hat schon Meisterschaften gewonnen und Abstiege verhindert. Aber im Großen und Ganzen, bin ich kein wirklicher Freund der Punkteteilung. Ein Remis ist nicht Fisch und nicht Fleisch, es ist nur Gemüse. In der Regel schlicht suboptimal. Ginge es nach mir, würde jedem Remis in der Liga ein Elfmeterschießen folgen, der Gewinner erhält zwei Punkte, der Verlierer noch einen. So hätte man als Zuschauer am Ende auch noch einen kleinen Kick, denn die meisten Unentschieden sind halt nicht befriedigend. Suboptimal ist übrigens ein herausragender Begriff; kann man doch so ganz nonchalant Dinge bezeichnen, die, ohne dass man sie gänzlich abwerten möchte, einem am Ende doch nicht ganz so gut bekommen. „Schatz, dein Hackbraten schmeckt heute aber eher suboptimal.“ – „Dann geh doch zu McDonald’s!“ Nun, immer funktioniert das auch nicht.

Worauf ich letztendlich hinauswill: Rot-Weiss Essen spielt am Sonntag bei der ziemlich starken Zweitvertretung von Borussia Dortmund, und ich bin mir Stand heute nicht sicher, ob ich mit einem Unentschieden speziell in diesem Spiel zufrieden wäre. Unabhängig vom Spielverlauf, von verdient oder nicht verdient. Aber hey – wenn RWE eine Einstellung an den Tag legt, wie am vergangenen Montag im DFB-Pokal, dann muss ich mir Gedanken dieser Art wahrscheinlich gar nicht erst machen. Und egal, wie der Gegner heißt… unser Anspruch muss sein, jeden Kontrahenten bezwingen zu wollen. Ob in der Liga, oder im DFB-Pokal. Denn mit einem breiten Rücken spielt es sich bekanntlich immer besser.

Nur der RWE.

3 Gedanken zu “Die Suboptimalität der Unentschieden

  1. Pingback: Nich‘ Fisch, nich‘ Fleisch – nullsiebenblog

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