Die Stunde Null


Morgen ist es nun endlich soweit. Rot-Weiss Essen startet in die 10. Saison in der Regionalliga West. Mit dem festen Ziel, diese Liga endlich zu verlassen. Und bei Gott – der Verein und wir, seine treuen Anhänger, hätten uns das auch redlich verdient. Ich will jetzt gar nicht die letzten neun Spielzeiten Revue passieren, oder wie Horst Hrubesch sagen würde – Paroli laufen lassen; allein das letzte halbe Jahr hat die Leidensfähigkeit jedes einzelnen Anhängers auf eine große Geduldsprobe gestellt. Corona mit all seinen Facetten und Auswirkungen auf den Spielbetrieb, auf den Alltag, und es ist ja noch lange nicht vorbei. Zu Saisonbeginn werden gerade einmal 300 Personen den Heimspielen an der Hafenstraße 97a beiwohnen dürfen, wobei ich hoffe, dass diese Zahl, dieses Kontingent im Laufe der Spielzeit sukzessive erhöht werden kann. Denn Fußball ohne Fans, das wissen wir alle, das ist wie ein Date mit Charlize Theron. Nur ohne Charlize Theron. Für die nicht geringe weibliche Leserschaft: Ryan Gosling. Oder Tom Hiddleston, entscheidet das bitte für Euch, meine Damen.

Nun, was erwartet uns morgen? Ich kann da nur für mich sprechen. Erst einmal steht da der sportliche Faktor im Mittelpunkt, und der gibt mir Anlass zu… nein, nicht zur Euphorie. Denn die kann schnell wie ein fieser Boomerang zurückkommen und einem knallhart vor die Birne klatschen. Sagen wir, ich bin aus guten Gründen sehr optimistisch. Halte ich doch die Mannschaft, die sich morgen im Stadion Essen an der Hafenstraße präsentieren wird, für die beste seit unserer Zugehörigkeit zur Regionalliga West. Allein vom Personal her eigentlich ein Fall für die 3. Bundesliga. Nun liegt es an Coach Neidhart, aus diesem zweifellos vorhandenen Potential eine schlagkräftige und homogene Truppe zusammenzustellen, die ihre Möglichkeiten ausschöpfen und unser aller Ziel verwirklichen kann. Und es muss auch auf Strecke funktionieren, denn diese verkürzte, hammerharte Saison in einer 20er-Liga wird allen Beteiligten alles abverlangen; gerade dann, wenn noch das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht werden sollte. Komm, lass ma ’n bisschen träumen. Aber högschde Prioriträt genießt natürlich die Liga, keine Frage.

Zu den Rahmenbedingungen: Die allseits bekannten Andreas Crom (u.a. aus der ARD-Sportschau, wie mir jüngst zu Ohren kam) und das gutturale Mikrofonmonster Christian Ruthenbeck werden die Heimspiele im RWE-Stream kommentieren. Ich denke, dass man da keine bessere Wahl treffen konnte. Was die Stimmung im Stadion betrifft… nun, ich muss da wohl nichts mehr zu sagen. Denn nichts – oder nicht viel – ist geiler, als ein mit z.B. 14.872 Zuschauern gut gefülltes Stadion Essen. Doch was zur Zeit nicht geht, das geht halt nicht. Aber wie schon oben erwähnt: Ich hoffe auf einen baldigen Fortschritt diesbezüglich. Unter Berücksichtigung aller zu beachtenden, zuvorderst gesundheitlichen Aspekte. Man wird sehen. Das wird halt von Stadt zu Stadt, von Bundesland zu Bundesland anders gehandhabt, und ich halte mich da jetzt mal ganz vornehm zurück. Sollen andere darüber diskutieren und urteilen, ich bin kein Experte. In vielen Dingen nicht.

Eins noch: Diese ungewohnte Situation ist für wirklich alle Beteiligten neu und nicht erprobt. Wie auch. Für Euch, für mich, für den Verein und vor allem auch für die Spieler. Deswegen, habt Geduld, falls manche Dinge am Anfang noch nicht so laufen, wie sie es in einer perfekten Welt – in der wir uns weiß Gott nicht befinden – vielleicht sofort könnten. Das betrifft die Organisation, die Technik, sowie auch, natürlich, das Sportliche. Aber ein Zwischenfazit dahingehend, ziehe ich für mich eh immer erst nach dem 10. Spieltag. Also – alle zusammen, alle und alles für den Verein. Mental zu 100% ein Rot-Weisser sein. Auch vorerst am heimischen Endgerät. Oder wie es immer so schön heißt, und zwar zurecht:

Nur der RWE.

2 Gedanken zu “Die Stunde Null

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