Die Zeit der Doppelstandards

Irgendwie versuche ich gerade noch die Bilder aus Berlin zu verdauen, zu verarbeiten, die ich am Samstag im Fernsehen gesehen habe. Und nein, dies hier wird kein politisches/ideologisches Statement in welcher Form auch immer, denn was Politik anbetrifft, lasse ich mich in meiner launigen Art wenn überhaupt nur noch auf Twitter aus. Davon ab bin ich eigentlich kein wirklich politischer Mensch mehr, wie ich es vielleicht früher einmal war.

Nein, ich betrachte dieses Ereignis, diese und auch die vielen anderen Demonstrationen in den letzten Tagen und Wochen jetzt einmal nur von der Warte eines Fußballfans aus, ganz pragmatisch. Und dieser wünscht sich, so schnell als möglich wieder Fußball im Stadion zu sehen, explizit im Stadion Essen an der Hafenstraße, und das mit möglichst vielen Zuschauern. Natürlich weiß ich, dass dies zum Saisonstart erst einmal nur eingeschränkt möglich sein wird. Die Schätzungen diesbezüglich schwanken zwischen 1.500 und 5.000 Anhängern, die – vorerst – die Spiele an der Hafenstraße werden besuchen können. Ich beteilige mich nicht mehr an Spekulation dieser Art, vielmehr freue ich mich darauf, dass es bald überhaupt wieder losgeht und respektiere mit stoischer Geduld jede Entscheidung, jedes Auswahlverfahren, welches mir mal einen Zutritt gewährt oder vielleicht mal verweigert. Denn dies ist keine Zeit für persönliche Ansprüche, für mimimi, es ist eher die Zeit für das Wohlbefinden der Allgemeinheit. Und genau deswegen haben mir diese Bilder aus Berlin am Samstag alles andere als gefallen. Egal ob 17.000, 40.000 oder wie viele Teilnehmer auch immer und aus welchen Gründen auch immer, ich halte Demonstrationen wirklich jedweder Couleur in diesen Zeiten für absolut kontraproduktiv. Oder deutlicher: für neben der Spur.

Darf ich nur für mich sprechen, offen, ehrlich und direkt, wie erwähnt abseits von politischen oder ideologischen Gedanken, nur meinen hoffentlich noch in halbwegs guter Verfassung gesunden Menschenverstand bemühend? Ich bleibe Massenaufläufen dieser Art nicht nur im Moment – aber gerade jetzt – bevozugt fern; ich sehe nicht einen einzigen Grund, heute oder morgen meinen Hintern für dies oder das oder jenes auf die Straße zu bewegen, für oder gegen etwas zu demonstrieren, denn das widerspricht nicht nur meiner persönlichen Auffassung von Krisenbewältigung, sondern läuft auch konträr zu meiner Hoffnung, möglichst schnell wieder zu einer gewissen Normalität zurückzukehren. Und das nicht nur im Fußball. Danke für die Aufmerksamkeit.

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