Das große Paradoxon


Es mag durchaus sein, dass ich dem einen oder anderen geneigten Leser dieses Blogs mit diesem Thema mittlerweile ein wenig auf die Nerven gehe. Nun, wenn Du absolut vorbehaltslos für den geplanten Re-Start der Bundesliga im Mai bist, dann lies bitte einfach nicht weiter und schaue den täglichen Newsreport auf Sky. Es ist für mich okay.

Je näher dieser Re-Start rückt, desto unwohler fühle ich mich, desto mehr lehne ich ihn vollumfänglich ab. Es ist/wäre für mich einfach surreal, unter den derzeit herrschenden Bedingungen 22 Kickern des Premiumprodukts Bundesliga dabei zuzusehen, wie sie, um ihrer Pflicht Sky gegenüber nachzukommen, mit wahrscheinlich großem Unbehagen dem Ball auf den Plätzen dieser Republik nachjagen. Es ist schon alles gesagt, es ist alles diskutiert worden; die Pros und die Contras, der wirtschaftliche Faktor, die Gesundheit aller Beteiligten und die – meiner Meinung nach etwas krude – These, der Fußball müsse seiner gesellschaftlichen Aufgabe nachkommen. Nur, tut er das damit wirklich? Indem er entgegen mancher Warnungen und vieler Bedenken in Kürze wieder seinen Spielbetrieb aufnimmt? Für mich, ein klares Nein. Für mich würde er dieser Aufgabe, dieser Pflicht dann nachkommen, wenn er, wenn die Bundesliga einfach mal für eine gewisse Zeit noch die Füße stillhält. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Es sind auch primär eigentlich ganz subjektive, einfach persönliche Gründe, warum ich so vehement gegen diesen Re-Start in der jetzigen Situation, in dieser Krise bin. Es ist für mich, wie erwähnt, zur Zeit absolut surreal und auch nicht wichtig, mich ernsthaft mit dem Fußball in der höchsten deutschen Spielklasse auseinanderzusetzen. Zum einen, richtig, weil ich ein überzeugter Anhänger von Rot-Weiss Essen bin. Wir haben hier nicht diese Art von Sorgen, hängen nicht diesen Gedanken nach wie man etwaigen Forderungen übertragender TV-Sender nachkommen muss, wie und wann man diese Verpflichtung zu erfüllen hat. Nein, hier in Essen machen wir uns tatsächlich noch Gedanken um Zuschauer, Bratwürste und Bier. Sprich, wir sorgen uns um den wirklichen Fußball. Um unseren Fußball. Nicht um das Premiumprodukt Bundesliga, welches sich von der Basis, vom einfachen Anhänger mittlerweile so weit entfernt hat, dass es diesen nur noch mit einem Teleskop wahrnehmen kann. Ich mag Fußball, deswegen liebe ich Rot-Weiss Essen. Nicht (mehr) diese selbstgefällige Bundesliga, wie sie sich schon seit Jahren gibt, sich immer mehr entfremdend von dieser Gesellschaft. Vom normalen, nur noch staunenden Fußballfan.

mmm

Foto: Ich

Und nein, ich kann es mir einfach nicht vorstellen, in knapp zwei Wochen irgendwelche Spiele der Fußball-Bundesliga zu verfolgen, nachdem ich mir vom Einkaufen kommend die Atemschutzmaske abnehme und mich auf die Couch begebe. Das wäre nur ein geheucheltes Interesse. Mit einem guten Bruce-Willis-Film bin ich im Moment mehr oder weniger zufrieden. Ob ich den Fußball vermissse? Ja, zum Henker. Natürlich. Aber nicht so, nicht um diesen Preis. Mit diesem schalen Geschmäckle von Brot und Spielen, von Opium für das Volk.

Wer heute ein bisschen mehr zum Thema lesen möchte, hier noch ein paar Zeilen des geschätzten Kollegen Maximilian Randelshofer vom Schwarz-Rot-Blog.

Nur der RWE.

3 Gedanken zu “Das große Paradoxon

  1. Welchen Fußball ich wirklich vermisse? Fußball in der D-Jugend. Mein Sohn ist sowas von nicht ausgelastet. Er dreht durch. Ich drehe durch. Es sollten eher Konzepte erarbeitet werden, wie die Kinder wieder raus und zu mehr Bewegung kommen. Einen 11-jährigen zum Joggen zu bringen, ist mehr als aussichtslos.

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