Rot-Weiss Essen – Die Schnapper


Die fußballlose Zeit; Zeit, sich mal wieder ein bisschen mit der rot-weissen Vergangenheit zu beschäftigen. Ohne einen Anspruch der Aufklärung oder der Allwissenheit.

Im Folgenden eine subjektive, chronologische und eventuell unvollkommene Auflistung der relevantesten, oder auch interessantesten RWE-Torhüter der letzten Jahre. Ich nehme mir die Freiheit heraus, jeden Schnapper mit einer herkömmlichen Schulnote zu bewerten. Da ich generell nicht oder nur sehr ungerne aktuelle Spieler beurteile, fehlen diese in dieser Liste. Die angefügten Spielzeiten beziehen sich allein auf den Seniorenbereich.

  • Lukas Raeder. 2018 – 2019. Kam als großes Versprechen an die Hafenstraße. Erste portugiesische Liga, Bayern München, Bradford City. Gebürtiger Essener, mit der Figur eines handelsüblichen Wandschranks. Begann wie auch der Rest des damaligen Teams stark, um dann, wie auch das Team, sang- und klanglos im unteren spielerischen Durchschnitt zu landen. Unerklärlich. Entpuppte sich leider nicht als die erhoffte Führungspersönlichkeit. Note 5.
  • Niclas Heimann. 2014 – 2017. Vita, relativ beeindruckend. Wurde in der Jugend drei Jahre beim FC Chelsea ausgebildet, spielte für diverse deutsche U-Nationalteams. Ich tue mich ehrlich gesagt ziemlich schwer damit, Niclas Heimann gerecht zu beurteilen. Im Prinzip ein grundsolider Goalie, gerade auf der Linie mit starken Reflexen. Aber, leider immer für einen Patzer gut. Und ich bekam ziemlich oft Schnappatmung, wenn er den Fünfmeterraum verließ. Ziemlich oft heißt in diesem Fall – immer. Rettete uns aber 2015 im Finale des Niederrheinpokals gegen Oberhausen den Allerwertesten, von daher: Note 3.
  • Hendrik Bonmann. 2012 – 2013. Wenn man sich die Anlagen anschaute, wahrscheinlich eines der größten Talente damals auf dieser Position. Für einen Keeper sehr schlaksig, leicht schmächtig, aber mit Auge und einem wirklich guten Stellungsspiel. Absolvierte nur 6 Partien für Rot-Weiss Essen, um hernach zu seinem Herzensverein Borussia Dortmund zu wechseln. Der wohl erhoffte, dauerhafte Sprung in den Profikader gelang dort nicht. Einer, den ich gerne länger im RWE-Trikot gesehen hätte. Note 2+.
  • Dennis Lamczyk. 2010 – 2013. Torhüter der famosen „jungen Wilden“, einer der Helden beim Erstrundensieg im DFB-Pokal gegen Union Berlin 2011. Wenn man ehrlich ist, ein eher durchschnittlicher Torwart. Der aber so manches Mal über sich hinauswuchs und so zu wichtigen Siegen in der Liga und zu Erfolgen in Pokawettbewerben beitrug. Hier benote ich vielleicht etwas zu hoch, aber das aus Überzeugung. Note 2.
  • André Maczkowiak. 2005 – 2007 und 2008 – 2010. Da muss ich doch ziemlich nachdenken, bevor mir etwas zu Maczkowiak einfällt . Unauffällig, relativ sicher. Stieg mit RWE in die 2. Bundesliga auf, war später im Kasten, als Essen in die Insolvenz ging. Wahrscheinlich trübt dieses Ereignis meine Erinnerung, daher die unverfängliche Note 3.
  • Karim Zaza. 2006 – 2007. Stammtorhüter in der letzten Essener Zweitligasaison. Konnte den Abstieg nicht verhindern, was aber nicht allein an ihm lag. Ein eigentlich richtig guter Schnapper, der aber, Achtung wiederholtes Wortspiel, schon einmal Schnappatmung verursachte, wenn ein langer hoher Ball in den Strafraum segelte. Spielte später noch mit dem dänischen Club Aalborg in der Champions League. Note 2-.
  • Sascha Kirschstein. 2002 – 2004. Geht das nur mir so, oder fällt es sonst noch jemandem schwer, den Namen Kirschstein auszusprechen? Ich jedenfalls verschlucke immer meine Zunge, wenn ich nach „Kirsch“ mit dem „st“ weitermachen muss. Egal, mein Problem. Kirschstein war durchaus ein richtig Guter, von RWE aus zog es ihn zum HSV, wo er Mitte der Nullerjahre auch einige Bundesligaspiele absolvierte. Der ganz große Durchbruch gelang ihm jedoch nicht, allerdings erwies er sich in den Folgejahren als grundsolider Zweitligatorwart. Note 2.
  • Frank Kurth. 1985 – 1994 und 1996 – 1997. Der Mann. Die Legende. Unvergessen, „Frankie auf den Zaun!“ Gänsehaut, noch heute. Wie kaum ein anderer Spieler der jüngeren Vergangenheit, hat Curtis den Verein gelebt, geliebt und geatmet und tut dies auch heute noch. Daher erachte ich es als nicht notwendig, über seine gegebenen Fähigkeiten als Torhüter auch nur im Ansatz zu diskutieren. Frank Kurth ist Rot-Weiss Essen. Note 1.

RWE-Frank-Kurth

Foto: imago

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