This is Chiefs Kingdom


In der fußballfreien Zeit – Testspiele mal ausgenommen, aber die laufen für mich nur by the way – schaue ich in der Regel Wintersport, um mein Bedürfnis in sportlicher Hinsicht zu stillen. Ein bisschen Biathlon hier, da mal etwas Skispringen, so in der Art. Nur kein Bob oder Rodeln, auf zwei dünnen Kufen einen Eiskanal runterzubrettern, das finde ich schon etwas merkwürdig. Wenn das Ding dann noch Skeleton heißt, also auf dem Bauch liegend und mit dem Kopf voran, dann finde ich das sogar total bescheuert. Aber wenn’s Spaß macht, warum nicht. Manche Menschen haben halt merkwürdige Hobbies. Gerne hätte ich auch vorm Fernseher dem Finaleinzug der deutschen Handballherren bei der EM beigewohnt, aber das haben diese Experten ja in grandioser Manier in den letzten 13, 14 Minuten des Spiels gegen Kroatien vor die Wand gefahren. Unfassbar, aber leider doch passiert.

Aber, ich bin durch Zufall auf etwas anderes gestoßen. Auf eine Sportart, die ich bislang gar nicht auf dem Radar hatte. American Football.

Und zwar in Gestalt der Kansas City Chiefs, deren Einzug in den Super Bowl gegen die Tennessee Titans ich gestern Abend mit erstaunlich regem Interesse verfolgte. Es war de facto erst das zweite Spiel, nach dem von voriger Woche, das ich von dieser Truppe, in dieser Sportart sah.

Keine Sorge, das hier wird jetzt kein nerdiger und langweiliger Spielbericht oder dergleichen, denn – ich habe von Regeln, Taktik & Co. nicht den Hauch einer Ahnung. Nicht den blassesten Schimmer. Das muss ich auch gar nicht, da kann ich gut drauf verzichten. Denn es bereitet mir einfach nur eine ziemliche große Freude, also seit exakt einer Woche, diesen meist bulligen Typen dabei zuzusehen, wie sie versuchen ein Ei (nennt man das eigentlich wirklich Ei, oder doch eher Ball?) unter großem körperlichen Einsatz in die Endzone des Gegners zu transportieren. Und das ist tatsächlich alles, was ich darüber wissen muss. Keine störenden, bisweilen nervenden Gedanken über falsche Aufstellungen, komplizierte Regeln oder taktische Kniffe; darüber, ob ein Spiel jetzt auf welcher Ebene gut ist oder auch nicht. Einfach nur wirken lassen.

Was mich ganz besonders abgeholt hat: der Tomahawk Chop. Der Fangesang, den die Fans der Kansas City Chiefs im heimischen Arrowhead Stadium vor Beginn des Spiels und in den irgendwie ziemlich vielen Pausen anstimmen und auch durchziehen. Rhythmisch, eingängig, nur sehr schwer wieder aus dem Kopf zu kriegen. Ziemlich grandios.

Dass die Chiefs dieselben Farben tragen wie mein angestammter Fußballverein, Rot-Weiss Essen, ist natürlich ein weiterer Aspekt, oder vielmehr ein wichtiger Grund, warum ich nun – für wie lange, das weiß ich noch nicht so genau – ein überzeugter Anhänger der Kansas City Chiefs bin. Natürlich pflege ich weiterhin meine Prioritäten. Das erste RWE-Ligaspiel im neuen Jahr, am kommenden Freitag gegen die Zweitvertretung des 1. FC Köln, steht selbstverständlich ganz oben auf meiner Agenda. Sowie die extrem wichtigen Kicks danach, gegen Rödinghausen und Oberhausen. Überhaupt ist mir nichts im weltweiten Sport wichtiger, als Rot-Weiss Essen.

Aber den Super Bowl mit den Chiefs am darauffolgenden Sonntag, den werde ich mir nach Möglichkeit schon ansehen. Mit ein paar Tüten Kartoffelchips und Dosenbier, so wie sich das gehört.

Vorausgesetzt, dass ich nicht gegen elf Uhr auf der Couch einschlafe, wie üblich und auch meistens meine Freundin. Denn der Super Bowl läuft ja hier leider zu einer extrem nachtschlafenden Zeit. Egal. This is Chiefs Kingdom! Für wie lange auch immer.

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