Oh, wie schön wäre der Profifußball!


In der nunmehr 13. Spielzeit befindet sich der ruhmreiche Verein Rot-Weiss Essen dort, wo er nach Ansicht von Experten, Sportjournalisten (das unterscheidet sich schon mal), Funktionären, Insidern und den allermeisten Fußballfans in diesem Lande überhaupt nicht hingehört. Im Amateurfußball. Eigentlich sind sich alle Menschen, die hauptberuflich oder auch nur am Rande mit diesem Sport zu tun haben, der Meinung, dass RWE ja mal mindestens in die 2. Bundesliga gehört. Aufgrund der Geschichte, des Stadions, der treuen Anhänger sowie des gesamten Umfelds.

Was soll ich sagen – stimmt!

Und der Vorstand von Rot-Weiss Essen, die weiteren Verantwortlichen in der mittleren Führungsebene, die Spieler und das Trainerteam, der gesamte Funktionärs- und Funktionsstab; alle, die hauptberuflich oder auch nur im Ansatz mit RWE zu tun haben arbeiten akribisch und mit Beharrlichkeit an diesem Ziel. Und zuvorderst die Fans von Rot-Weiss Essen wünschen sich natürlich nichts sehnlicher, als mit ihrem Verein wieder Spiele auf einer Landkarte auszutragen, die über die doch recht engen Grenzen von Nordrhein-Westfalen hinausgeht. Alle eint dieses Vorhaben. Aber über eine kleine, verschrobene Spezies im Umfeld des Vereins wird dabei kaum bis gar nicht gesprochen.

Die ehrenamtliche Zunft der geduldigen RWE-Blogger.

Ja, hier! Der Kollege vom Nullsiebenblog, der seit 2016 in schöner Regelmäßigkeit formidable Spielberichte und mehr abliefert. Im Schatten der Tribüne aus Nordhorn, schon weit über ein Jahrzehnt immer mit dem Finger am meist aufgeregten Puls der RWE-Fans. Der juvenile Domstadt Essener mit seinem teils herben Sarkasmus, der zur Zeit wohl leider ein etwas längeres Nickerchen in seiner Zwangsheimat Köln macht. Und auch meine Wenigkeit, seit nunmehr auch schon sieben Jahren immer bemüht, aktuelle Ereignisse rund um den Verein und Fußball allgemein unaufgeregt und mit billigen Hemingway-Versatzstücken sowie manchmal böser Ironie unter das rot-weisse Volk zu bringen.

Rot-Weiss Essen, weißt Du eigentlich, zu was für einer absoluten Höchstform wir alle auflaufen könnten, wenn Du endlich wieder im Profifußball spielen würdest?

rwe

Keine schnöden Kicks mehr gegen Verl oder Rödinghausen, nach denen man (also zumindest ich) sich manchmal fragt, was zur Hölle man jetzt dazu sagen, darüber schreiben soll. Sondern wieder Spiele gegen Vereine, die sich im nicht gerade geringen Selbstverständnis des geneigten RWE-Anhängers als potentielle Gegner eignen. Eintracht Braunschweig, der 1. FC Kaiserslauten, MSV Duisburg. Später vielleicht der VfL Bochum, Hannover 96, der 1. FC Nürnberg. Der HSV, Eintracht Frankfurt oder Borussia Dortmund (nicht die Zwote). Die aber dann noch etwas später, klar.

Will sagen – stellt Euch nur mal vor, was möglich wäre. Wenn wir RWE-Blogger mal richtig gefordert würden. Statt mit tristen Notizen aus Ostwestfalen, mit grandiosen Berichten aus der erweiterten Welt des bundesdeutschen Profifußballs. Am Ende hätten wir noch willige und begeisterungsfähige Pulitzer-Groupies. Was aber nicht von Belang wäre, da wir alle in ziemlich festen aber wohl charmanten Händen sind.

Versteht mich jetzt nicht falsch. Natürlich sind wir stolz darauf, über Rot-Weiss Essen zu berichten. Zu dürfen. Egal, in welcher Liga. Das werden wir auch mit Lust, Laune und Liebe machen. Es ist unser Verein, für immer. Aber träumen wird ja man wohl noch dürfen. Von einer Welt, von einer Liga, die sich von der nun mal gegebenen Tristesse der Regionalliga West deutlich abhebt. Gegen RWE im Estadio Santiago Bernabéu oder an der Anfield Road hätte ich übrigens auch ni… Stop!

Hier beende ich die kleine Tagträumerei, sonst führt sie mich am Ende noch zu Flügen in der Business Class mit Barbara Schöneberger und Lothar Matthäus zur überüberübernächsten Klub-WM in ein merkürdiges Emirat am Persichen Golf. Muss ich auch nicht zwingend haben. Also die Klub-WM.

Zwei Siege hingegen in der nächsten Spielzeit gegen Kaiserslauten, da könnten wir Blogger schon was draus machen. Eine richtig gute Geschichte, einen sauberen Spielbericht. Schauen wir mal, was demnächst so alles passiert. Oh, wie schön wäre der Profifußball!

Nur der RWE.

9 Gedanken zu “Oh, wie schön wäre der Profifußball!

  1. Hat dies auf Im Osten geht die Sonne auf rebloggt und kommentierte:
    Du hast den KSC nicht erwähnt, obwohl doch beide Traditionsvereine einiges verbindet. Am 7. August 1955 wurde das umgebaute Wildparkstadion offiziell durch Karlsruhes Oberbürgermeister Günther Klotz an den Karlsruher SC übergeben. Im Eröffnungsspiel an diesem Tag trennten sich vor 45.000 Zuschauern der amtierende Pokalsieger KSC vom Deutschen Meister Rot-Weiss Essen 2:2 unentschieden. Das war dann doch vor meiner Zeit, weshalb ich nicht dabei sein konnte. Unvergessen werden mir aber die beiden Relegationsspiele zur Bundesliga am 6. Juni 1980 (5:1 im Wildpark) und am Freitag, den 13. Juni 1980 im Georg-Melches-Stadion (3:1 für RWE) bleiben. Besonders das Rückspiel bei Euch erzeugt immer noch Gänsehaut, denn RWE ging bereits in der 1. Minute in Führung und baute bis eine Viertelstunde vor Schluss (2 Tore durch Frank Mill) auf 3:0 aus. Da war das 3:1 kurz vor Schluss eine richtige Erleichterung. Das sind Spiele, die immer in Erinnerung bleiben. Wäre schön wenn RWE wieder höherklassig spielen würde.

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  2. Du hast den KSC nicht erwähnt, obwohl doch beide Traditionsvereine einiges verbindet. Am 7. August 1955 wurde das umgebaute Wildparkstadion offiziell durch Karlsruhes Oberbürgermeister Günther Klotz an den Karlsruher SC übergeben. Im Eröffnungsspiel an diesem Tag trennten sich vor 45.000 Zuschauern der amtierende Pokalsieger KSC vom Deutschen Meister Rot-Weiss Essen 2:2 unentschieden. Das war dann doch vor meiner Zeit, weshalb ich nicht dabei sein konnte. Unvergessen werden mir aber die beiden Relegationsspiele zur Bundesliga am 6. Juni 1980 (5:1 im Wildpark) und am Freitag, den 13. Juni 1980 im Georg-Melches-Stadion (3:1 für RWE) bleiben. Besonders das Rückspiel bei Euch erzeugt immer noch Gänsehaut, denn RWE ging bereits in der 1. Minute in Führung und baute bis eine Viertelstunde vor Schluss (2 Tore durch Frank Mill) auf 3:0 aus. Da war das 3:1 kurz vor Schluss eine richtige Erleichterung. Das sind Spiele, die immer in Erinnerung bleiben. Wäre schön wenn RWE wieder höherklassig spielen würde.

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    1. Catenaccio 07

      Die Auswahl der genannten Vereine erfolgte willkürlich, das ist jetzt keine Rangliste oder dergleichen. Das Spiel gegen den KSC an der Hafenstraße damals war eines der ersten, welches ich als kleiner Dotz verfolgt habe.

      Liken

  3. Hat dies auf BOWMORE Darkest rebloggt und kommentierte:
    Ich stimme Dir voll und ganz zu. Es sind zwar selbst inszenierte
    Dramen der Traditionsvereine, trotzdem geht es im Fußball wohl
    ohne diese Vereine nicht.
    Für die große Bühne geht es ohne viel, viel Geld nicht. Da werden
    die in dritte bis vierten Ligen abgerutschten Vereine nicht mehr
    mithalten können.
    Einen sportpolitischen Weg könnte es geben: Die
    Traditionsvereine spielen in einer eigenen Liga. Der Meister nimmt die
    Stelle des Dritten in der Zweiten Liga an und misst sich dem
    Drittletzten der Ersten Liga um den Bundesligaplatz.
    Das wäre doch was!

    Gefällt 1 Person

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