„Energie!“


„Die Regionalliga West – unendliche Weiten, also bezogen auf Ostwestfalen. Wir befinden uns in einer fernen… nein, in der Gegenwart. Dies sind die Abenteuer des schon etwas älteren aber immer noch sehr ansehnlichen Traditionsvereins Rot-Weiss Essen, der viele Lichtjahre von der Bundesliga entfernt unterwegs ist, um fremde Welten (also immer noch Ostwestfalen) zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen (Ostwestfalen…). RWE dringt dabei in Landstriche auch am Niederrhein vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

Kennt Ihr so ähnlich aus Star Trek, ich weiß. Und wie dem unerschrockenen Captain Jean-Luc Picard und seiner stabilen Crew, so ergeht es in der nun neunten Saison auch dem Verein Rot-Weiss Essen und seinem treuen Anhang; er ist auf andauernder Entdeckungsfahrt in die weiten, unberührten Distrikte des Landes Nordrhein-Westfalen unterwegs, und er bereist dabei Städte und Dörfer, deren Namen manche nie zuvor gehört haben und die wir ohne Google Maps wohl niemals finden würden.

Ja, wir stecken tatsächlich in einem handfesten Dilemma. Wir wissen, dass wir nicht in diese Regionalliga West aka Schweineliga gehören. Aus Überzeugung. Wir wissen das, und viele Experten und Freunde des gepflegten Ballsports ebenso. Nicht eine Woche vergeht, in der ich nicht irgendeine Koryphäe des bundesdeutschen Fußballs sagen höre: „RWE, die gehören mindestens in die 2. Bundesliga.“

Danke für die Blumen. Aber dafür kann ich mir ja nichts kaufen.

Das ewige Thema Aufstieg ist permanent spürbar, es ist förmlich greifbar; jede Woche, jeden Tag, vor, während und nach einem Spiel, eigentlich immer. Er ist das alles beherrschende Dauerthema, bei den Verantwortlichen ganz sicher in verschieden Szenarien am runden Tisch (die sich zurecht zurückhaltend äußern, sonst würde ich ihnen auch jedwede Seriosität absprechen), in der Presse (deren Seriosität ich bisweilen aus Erfahrung anzweifle) und natürlich bei uns Anhängern, die, das sage ich jetzt mal ganz salopp, mittlerweile schon Nervenstränge aus Kruppstahl besitzen. Junge (natürlich auch Mädchen), wenn Du langjähriger Fan von Rot-Weiss Essen bist, dann zählst Du zur Crème de la Crème der leidgeprüften aber trotzdem enthusiastischen Anhängern des deutschen Fußballs. Wir wissen Bescheid.

Man kann in diversen Kommentarspalten unter RWE-Berichten im Internet ganz gut erkennen, wie zweigeteilt das Lager eigentlich ist. Die einen fordern den Aufstieg in jeder Spielzeit pronto und sofort, die anderen sind bemüht um Mäßigung, in Anbetracht der Tatsache, dass man einen Aufstieg in der Regel – ja, es gibt Ausnahmen, aber die sind für mich aus diversen Gründen nicht vorbildlich – nicht erzwingen kann. Ich kann, ganz ehrlich, beide Ansichten verstehen. Aber nur die zweite ist für mich wirklich relevant.

Warum ich das hier gerade schreibe? So ganz genau weiß ich das auch nicht. Vielleicht habe ich irgendwie ein bisschen Sorge. Sorge dass, wenn diese Spielzeit „nur“ auf Platz 3 (der by the way in den letzten acht Spielzeiten nie erreicht wurde) abgeschlossen werden sollte, die Stimmung in Teilen wieder kippt. Und das darf, auch schon im Laufe dieser Saison, so oder so nicht passieren.

Ich mag nämlich die Atmosphäre, die zur Zeit an der Hafenstraße herrscht. Ganz besonders dann, wenn ich an die Rückrunde der letzten Saison denke. Ich für meinen Teil halte das so: Wenn ich in dieser Spielzeit noch ordentlichen Fußball geboten bekomme, und danach sieht es schwer aus, und am Ende Platz 3 oder 4 dabei rumkommt, dann werde ich mich sicher nicht hemmungslos vor Freude betrinken. Aber es wäre für mich okay. Wenn der Aufstieg doch noch gelingen sollte, dann gilt das erwähnte hemmungslose.

Also, um es mit den Worten zu sagen, die ich gerne nachts einer Kellnerin zuraune, wenn sie mich fragt, ob ich jetzt wirklich noch mal ein allerletztes Bier möchte: „Was passiert, das passiert.“

In diesem Sinne:

22222

Und: Energie!

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