Ein hartes Brot


Eigentlich hätte ich den gestrigen Sonntag schon direkt nach dem Aufstehen (06.55 Uhr) wieder beenden sollen. Der erste Blick aus dem Fenster auf einen äußerst usseligen englischen Landregen war nämlich symbolisch für das, was da ein paar Stunden später an der Hafenstraße folgen sollte: Ein völlig gebrauchtes Spiel an einem ziemlich verkorksten Tag.

Dabei war ich an den Tagen vorher wirklich der Ansicht, dass die inurbanen Verler, die Rot-Weiss Essen seit jeher nicht wirklich gut liegen, dieses Mal das Stadion Essen mit einer verdienten Niederlage – oder maximal einem glücklichen Punkt – wieder verlassen würden. Zu groß die Euphorie – der Optimismus – der letzten Wochen, ob der wirklich guten Leistungen in den vorangegangenen Heimspielen. Dazu noch der Glaube an das Glück, welches zuletzt eigentlich immer auf Essener Seite zu finden war.

Nun ist es ja nicht so, dass RWE gestern auf dem Platz spielerisch versagt hat, oder gar eine mangelhafte Einstellung an den Tag legte. Nein, das war rein optisch über weite Strecken durchaus ansprechend, auch Torchancen waren über das gesamte Spiel gesehen keine Mangelware. Aber irgendwie… war diese alte Floskel vom gebrauchten Tag gestern nicht nur eine Floskel, sondern irgendwann förmlich greifbar. Nach etwa 20 Minuten Spielzeit hatte ich mit dem Kollegen von Nullsieben eine kurzen Plausch, in dem ich meinen kurz vorher geäußerten – und schon gemäßigten – Tipp, nämlich 2:2, auf die Aussage „Das wird ein ganz hartes Brot“ reduzierte. Und wenn ich von einem ganz harten Brot rede, dann lag das schon drei Tage oder länger beim Bäcker ganz oben im Regal. Und wenn du dann daran herumkaust, ist das echt kein Vergnügen.

So sank dann auch mit zunehmender Spieldauer und vor allem mit den folgenden Verler Toren die Hoffnung, dass das noch was werden wird. Um eine weitere Floskel zu bemühen: Verl war wieder einmal der ziemlich fiese Gegner, der so unangenehm ist wie der eingangs erwähnte fiese englische Landregen.

Aber war dieses Spiel jetzt ein Beinbruch, oder gar eine Zäsur? Nein, noch nicht einmal im Ansatz. Denn diese Essener Mannschaft ist im Gegensatz zu denen der Vorjahre gefestigt und intelligent genug, um Rückschläge ohne Folgeschäden zu verarbeiten. Und aus individuellen wie mannschaftlichen Fehlern zu lernen. Auch können wir nicht von Christian Titz erwarten, in wirklich jedem Spiel ein goldenes/glückliches Händchen zu haben. Das funktioniert oft, kann aber nicht immer klappen. Wer heute trotzdem miese Laune hat, dem empfehle ich einen Blick auf die Tabelle. Vor allem auf die Spalte, in der die gespielten Partien angezeigt werden.

rwe

So, und wie geht’s jetzt für uns Anhänger weiter? Ganz einfach. Mund abwischen, weitermachen und fertig. Denn so läuft das im Fußball, im Laufe einer langen Saison.

Nur der RWE.

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4 Gedanken zu “Ein hartes Brot

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