Vorwärts immer, rückwärts nimmer!


Gut, Genosse Honecker. Das mit dem real existierenden Sozialismus in der DDR hat wohl de facto nicht ganz so gut funktioniert, aber als Titel für diesen Blogeintrag ist dieses Bonmot der Zeitgeschichte nahezu perfekt.

Und zwar genau deswegen: Ja, ich bin vor diesem Saisonbeginn extrem optimistisch. Böse Zungen werden jetzt behaupten – hey, das bist du Pannekopp doch vor jeder Spielzeit. Und auch das ist natürlich richtig. Ich maße mir tatsächlich an, vor jeder Saison das Beste zu hoffen und zu erwarten. Bis hin zum Aufstieg, ab und an.

Schlimm und naiv, leichtgläubig? Für mich nicht.

Klar, in den letzten sieben, acht Jahren ging dieser Schuss, dieser gnadenlose Optimismus regelmäßig nach hinten los. Oder voll daneben, je nach Blickrichtung. Jede einzelne Saison war schon vorzeitig beendet, was die leise Hoffnung betraf, bis zum Ende im Mai um den Platz an der Sonne mitzuspielen. Mal im Februar, öfter im Dezember und meistens schon im September oder Oktober. Ich weiß das alles, und ich bin darüber nicht glücklich. Die letzten Jahre waren allesamt sportlich enttäuschend, bis auf den gelegentlichen Gewinn des Niederrheinpokals. Und der ist, machen wir uns nichts vor, immer nur ein Trostpflaster für eine ansonsten verkorkste Saison gewesen. Ein kleiner Tropfen auf dem ominösen heißen Stein der Seele.

Was ich sagen will: Was bringt es, schon vor Saisonbeginn in Sack und Asche zu gehen? Ich verstehe viele Kommentare in den sozialen Netzwerken nicht, die jetzt schon wieder alles verbal runtermachen. Ich höre viele RWE-Fans in der Bahn reden, oft abwertend, meist negativ. Leute, mal ernsthaft, was soll der Scheiß?

Es bringt mir doch absolut nichts, mich in Sarkasmus zu üben, bevor das erste Ligaspiel überhaupt angepfiffen wurde. Es ist nicht zielführend, jetzt schon miese Stimmung zu verbreiten. Klar, ich kann jedweden Frust verstehen. Wir sind alle nur Menschen, deren Leidensfähigkeit begrenzt ist.

Trotzdem. Lasst uns optimistisch in diese Spielzeit starten. Ohne Groll, ohne Altlasten. Alles andere ist in meinen Augen kontraproduktiv. Der Verein hat sich wirtschaftlich hervorragend aufgestellt, vernünftige und wohl längst fällige Personalentscheidungen wurden getroffen, die ersten drei Neuverpflichtungen sind gut gewählt und weitere werden bald folgen. Also lasst uns das alle zusammen angehen, unbelastet und mit vereinten Kräften. Es geht nur so, es geht nicht anders.

Nur der RWE.

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2 Gedanken zu “Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

  1. Meine Meinung?
    Der Verein ist eine zweite, emotional gefestigte Heimat für den Fan.
    Was muss er leisten? Hingehen und sich wohl fühlen. Mehr nicht.
    Die Mannschaft? Fussball ist ein S P I E L – kein Krieg. Auch kein Kriegsspiel.
    Meine Mannschaft soll ein ehrliches Spiel abliefern, indem jeder seine Leistung zu 90% auf den Platz bringt. Wenns für den Aufstieg nicht reicht – auch in der Verbandsliga macht Fussball noch Spass dür die Fans.
    Und die Fans? Grössenwahn ist ungesund. Man darf sich nach allen Regeln der Kunst austoben, aber nie auf Kosten anderer Menschen.
    Das Fussballspiel? Es ist nur ein S P I E L , kein Erdöl-Feld! Es lebt von Begeisterung, nicht von Gewalt auf dem Platz und auf den Rängen.
    Das Beste: Jeder, der sich dem Fussballsport nähert, kann ein solches Konzept leben.
    Kostet nix, und tut allen gut. Das ist doch was, oder?
    Gruss! Ro.

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    1. Catenaccio 07

      Natürlich ist Fußball kein Krieg, und er sollte es schon gar nicht auf den Rängen sein. Er ist nur eine Art Simulation dessen, bei der die eigene Mannschaft – zumindest hin und wieder – mal gewinnen sollte. Was natürlich auch mit den Ansprüchen an den Verein zu tun hat. In diesem Fall: Rot-Weiss Essen.

      Gefällt 1 Person

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