Flashback


Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mittlerweile den Kaffee wieder einmal so ziemlich auf habe (zwar trinke ich keinen, aber ich mag diese Redewendung). Was nicht heißen soll, dass ich dem Verein Rot-Weiss Essen nun meine Zuneigung entziehe. Aber – es sind aktuell halt nicht mehr alle Gurken im Glas (diese Redewendung habe ich gerade erfunden). Weil: zu viele dieser Gurken spielen nämlich derzeit im RWE-Trikot an der Hafenstraße 97a Fußball.

Das Spiel am Samstag gegen die Zweitvertretung von Borussia Dortmund betrachte ich im Nachgang als symptomatisch für diese Saison. Mal die ersten sechs, sieben Spiele im Sommer 2018 ausgenommen. Ich habe auch keine Ahnung, ob ich Auftritte dieser Art als noch halbwegs gut oder schon ziemlich schlecht beurteilen soll. Denn die traurige Wahrheit ist: ich weiß es wirklich nicht mehr, zu grau in grau sind mittlerweile die Darbietungen des aktuellen Kaders geworden, in spielerischer wie auch in einstellungstechnischer Hinsicht. Sollten mir diverse sehenswerte weil fußballtaktische Kniffe oder Leckerbissen entgangen sein, so bitte ich dies zu entschuldigen. Ich bin kein Taktik-Nerd, der ein Match im Nachhinein nach Statistiken o.ä. beurteilt. Mir ist es wichtig, dass ein Spiel, dass die Spieler mich emotional abholen. Das reicht mir, und ich bin alt genug und habe genug Matches gesehen, um das für mich beurteilen zu können.

Am Samstag war das, wie auch leider meist zuvor, nicht der Fall. Ganz im Gegenteil schweiften meine Gedanken nach etwa einer halben Stunde ab; hatte ich am Vormittag das Katzenklo gemacht oder wieder einmal vergessen, ist das Schweinefilet im Kühlschrank noch frisch oder hätte ich es gestern einfrieren sollen, warum habe ich Kopfschmerzen, obwohl ich am Vorabend eigentlich recht wenig bis fast gar nichts getrunken hatte. Dinge dieser Art halt.

Ja, nach dem Aus im Niederrheinpokal ist mir der Rest dieser Spielzeit mental entglitten; zwar werde ich höchstwahrscheinlich auch die ausstehenden Heimspiele noch besuchen, jedoch wird dies mit einem Mindestmaß an Vorfreude, an Geilheit geschehen. Und ich bin ganz sicher nicht der, der daran schuld ist.

Aber wollen wir die positiven Dinge auch erwähnen. RWE hat in Naketano-Gründer Sascha Peljhan endlich einen potenten und dazu als Essener dem Verein verbundenen Geldgeber gefunden, ein neuer Hauptsponsor wurde schon deutlich vor Ende der Spielzeit präsentiert und der, noch dezent im Hintergrund werkelnde neue Sportdirektor, scheint im Verbund mit den aktuell Verantwortlichen schon einen guten Job zu machen. Ein Dennis Grote zum Beispiel, der erste Neuzugang, ist für mich explizit der Spielertyp, den ich in vielfacher Ausführung und auf verschiedenen Positionen an der Hafenstraße sehen möchte. Kämpft, kratzt, beißt, kann gut kicken und geht als Leader eines Teams voran.

Überhaupt gefällt mir das Auf-, bzw. das Nichtauftreten von RWE-Chef Marcus Uhlig seit seinem Amtsantritt ganz gut. Meist hinter verschlossenen Vorhängen agierend, unaufgeregt und nicht über jedes Stöckchen springend, das einem die örtliche, nennen wir sie mal Fußballjournaille hinwirft. Oder sonstwer. Ziemlich souverän, meiner Meinung nach.

Und deshalb bin ich das, was ich fast gottergeben vor nahezu jeder Saison bin: optimistisch. Ja, ich weiß. Flashback. Aber ich lasse mir das nie nehmen, und aus oben angeführten Gründen kann ich das diesmal ja sogar ganz nüchtern belegen.

RWE

Und es ist ja nicht so, dass mir am Samstag wirklich alles egal war. Denn wenn der rot-weisse Fannachwuchs schon so enthusiastisch und tatsächlich minutenlang fahnenschwingend und „RWE! RWE!“-rufend bei der Sache ist, dann kann – sollte! – dem Verein doch nur eine bessere Zukunft bevorstehen.

In diesem Sinne: Nur der RWE.

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