Letzte Ausfahrt Niederrheinpokal


Du kennst das. Ich kenne das. Jeder RWE-Anhänger kennt es. Immer gegen Ende März oder Anfang April, und das schon seit ein paar Jahren, wird in Essen der Fokus auf den Niederrheinpokal gerichtet. Denn das ist just der Zeitpunkt – es tut mir leid, das so offen sagen zu müssen, aber es ist nun mal so – , an dem Rot-Weiss Essen allerspätestens seine Hoffnungen auf einen Aufstieg aus der Regionalliga West begraben kann. Meistens schon wesentlich früher. So auch leider wieder in dieser Spielzeit. Und daher wendet man sich einem sportlichen Ereignis zu, welches die jeweiligen Mannschaften von der Hafenstraße anscheinend gepachtet haben, und das ich gerne (nicht zwingend despektierlich) als Trostpflaster bezeichne: das Finale ebendieses Niederrheinpokals. Welcher, um das in aller Deutlichkeit zu sagen, sehr wichtig ist. Denn über ihn ist eine Teilnahme am DFB-Pokal möglich, welche Renommée bedeutet und zusätzliche Einnahmen in die Kasse des Vereins spült.

Und trotzdem, insgeheim fremdel ich ein wenig mit diesem Wettbewerb. Warum? Ganz einfach. Weil ich der Meinung bin (Achtung, Spuren von Arroganz sind möglich), dass ein Verein wie Rot-Weiss Essen per Geburtsrecht – oder auch: Reputation – eine Wildcard für den DFB-Pokal erhalten sollte. Wirklich. Es nervt mich teilweise hart , meinen Club über irgendwelche merkwürdigen Dörfer am Niederrhein tingeln sehen zu müssen, bevor im Halbfinale und im Finale Vereine wie der KFC Uerdingen (Dienstag!), der Wuppertaler SV, Rot-Weiß Oberhausen oder der MSV Duisburg unsere Gegner sind.

Erwähnte ich, dass das vielleicht etwas arrogant klingen könnte? Gut.

Dabei will ich die vielen spannenden Partien gerade in den Finals dieses Pokals wirklich nicht missen. Unvergessliche, dramatische Spiele wie gegen Duisburg oder Oberhausen haben selbstverständlich einen festen Platz in meiner persönlichen RWE-Historie.

Pokal

Niederrheinpokalfinale 2015, RWE vs. RWO, 6:5 i.E.

Und auch die darauffolgenden Partien in der 1. Runde das DFB-Pokals der letzten Jahre, wie gegen Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld oder Borussia Mönchengladbach, gehören – obwohl allesamt verloren, aber erst nach großem Kampf und meist unverdient – in das ruckelfreie Kopfkino eines jeden RWE-Fans.

Ich wünsche mir halt nur Zeiten herbei, in einer höheren Liga, in denen mein Verein sich diesen Qualifikationspokal ersparen kann und direkt für den DFB-Pokal gesetzt ist. Aber bis das soweit ist, werde ich mich trotz meiner latenten Zerrissenheit für Spiele im Niederrheinpokal begeistern. Und damit fange ich an, wenn RWE am kommenden Dienstag unter Flutlicht vor einer fünfstelligen Kulisse im Halbfinale an der Hafenstraße auf den KFC Uerdingen trifft. Und diesen in einem packenden Fight aus dem Wettbewerb kegelt.

Wie heißt es in Essen so schön, und das zurecht: Nur der RWE. Egal, in welchem Pokal. Und natürlich hätte ich nichts dagegen einzuwenden, wenn wir im kommenden Jahr um diese Zeit noch zwei Optionen haben, um eine Saison zu krönen.

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