„Lebbe geht weider“


Diesen Spruch kennt jeder, oder? Manchmal denke ich, der ehemalige und legendäre Trainer von Eintracht Frankfurt, Dragoslav Stepanović, hätte dieses hessisch-serbische Bonmot damals nicht für sich und die Fans der Eintracht rausgehauen, sondern in weiser Voraussicht und ganz speziell für alle leidgeprüften Anhänger von Rot-Weiss Essen. Ich finde, dieser Spruch passt zu uns wie der ominöse Arsch auf Eimer.

Dabei wil ich jetzt gar nicht jammern, oder in eine unangebrachte Opferrolle verfallen. Ich will nichts darüber schreiben, dass wir in jüngerer bis mittlerer Vergangenheit schon mal Opfer von etwas kruden Maßnahmen seitens des DFB (sowie des Westdeutschen Fußballverbands) geworden sind, oder dass wir in unschöner Regelmäßigkeit… aber lassen wir diesbezüglich mal den weisen Philosophen Andreas Brehme sprechen:

„Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“

Ich will jetzt auch nicht damit anfangen, dass uns das Verletzungspech in dieser Saison bis jetzt wahrscheinlich so um die vier bis zehn Punkte gekostet hat. Und mich darin ergehen, ob die Verantwortlichen kurzfristig hätten handeln sollen oder nicht. Oder mich auf eine ganz niedrige Stufe begeben und einzelne Spieler herauspicken, die angeblich für verlorene Spiele hauptverantwortlich sein sollen. Nein, das ist mir letztendlich alles zu billig und vor allem verlorene Zeit.

Ich möchte jetzt einfach mal nur eine kleine Brandrede halten. Verfluchter Scheiß, noch vor ein paar Wochen haben wir „Spitenreiter Spitzenreiter hey, hey!“ gesungen, und wir taten dies aus dem Brustton der überzeugenden Tatsache heraus und das völlig zurecht. Wir haben uns richtig gut gefühlt, sogar saugut. Nach einigen Jahren, in denen dies nur ganz ganz selten der Fall war. Dann begann das, was wir halt schon seit einiger Zeit kennen. Der berühmte und allseits be- und gefürchtete Schlag in den Kontor. Auf einmal läuft es nicht mehr so wie zuvor, und du fragst dich ernsthaft, warum dieser merkwürdige Fußballgott – sofern es diesen überhaupt gibt – mal wieder Rot-Weiss Essen als Ziel seiner makabren Spielchen auserkoren hat. Es ist mal wieder Montag, und du fühlst dich mal wieder beschissen. Was den RWE betrifft. Passend dazu regnet es jetzt auch noch.

Aber, was jetzt tun? Wieder auf alles schimpfen, die Götter verfluchen, schon um 17.30 Uhr das erste Bier des Tages öffnen, nur aus Frust? Ich halte Karsten Neitzel nach wie vor für einen guten Trainer, der zur Hafenstraße passt. Ich denke, dass der Kader vielleicht im zweiten Anzug noch einige Probleme hat, aber in voller Stärke mit zu den Besten in der Regionalliga West gehört. Ich bin mir sicher, dass wir in dieser Saison ein Team haben, welches besser aufgestellt ist als in eigentlich all den Jahren in dieser Liga zuvor.

Und deswegen schreibe ich diese Spielzeit nicht schon jetzt im Oktober ab, wie in den Jahren zuvor. Mag sein, dass nun einige denken, dass ich mich mit dieser Hoffnung selbst bescheiße. Vielleicht tue ich das ja sogar. Aber ich weiß, auch wenn gerade die erste Halbzeit gestern gegen Aachen ziemlich ernüchternd war, dass diese Mannschschaft kicken kann. Und dass sie, im Gegensatz zu manchen Truppen der Vergangenheit, über eine gute Moral verfügt.

Also, wer jetzt schon alles in die Tonne kloppen will, der soll dies meinetwegen tun. Und um 17.30 Uhr das erste Frustbier des Tages öffnen. Ich hingegen glaube weiter daran, dass wir im Laufe dieser Saison noch eine gewichtige Rolle spielen werden. Und das erste Bier des Tages, das öffne ich erst gegen 7. Aber auch nur, weil es mir schmeckt.

RRREE

Nur der RWE; gestern wie heute und auch morgen.

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2 Gedanken zu “„Lebbe geht weider“

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