Özil und kein Ende – doch, jetzt


Ich dachte bis heute Vormittag eigentlich, die Causa Özil hätte sich erledigt. Nach langen, kräftezehrenden Wochen und Monaten, in denen Hinz, Kunz, Grindel, Bierhoff, Özil, Özils Ex-Kollegen sowie meine Bäckereifachverkäuferin ihre patente Meinung zu diesem Thema kundgetan haben. Pustekuchen.

Hat sich doch just an diesem sonnigen Tag endlich auch noch Özils Berater, Erkut Sögüt, mit launigen Einlassungen zu Wort gemeldet. Ich bin da mittlerweile ganz trocken und ganz ehrlich: Es interessiert mich nicht mehr.

Für mich gibt es in dieser Angelegenheit keine Gewinner mehr, gab es nie. Es gibt nur noch Verlierer, auf beiden Seiten. Warum? Ganz einfach. Verpasste beziehungsweise mangelhafte bis ungenügende Kommunikation. Özil & Co. haben es versäumt, unmittelbar nach Entstehen von Erdogate eine klare und unmissverständliche Aussage zu treffen. Beziehugsweise, überhaupt eine von sich zu geben. Die augenscheinlich ach so auf Ausgleich bemühten Herren Grindel & Bierhoff waren so knalltütig bescheuert und damit beschäftigt, erst auf Teufel komm raus die heile Einhornwelt des DFB zu wahren, um dann unmittelbar nach dem Worst Case, dem Vorrundenaus bei der WM in Russland, Özil als mehr oder weniger Alleinschuldigen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Was wirklich extrem peinlich war. Gekontert dann von der Beratergruppierung um Özil, die zeitlich geschickt (dachte man wohl) – oder auch kalkuierend – ein dreiteiliges Manifest, meinetwegen auch Pamphlet auf Englisch in der Öffentlichkeit lancierte, welches bei den meisten Menschen völlig zurecht einen etwas unangenehmen Eindruck hinterließ.

Lassen wir das Thema Rassismus einmal außen vor. Es ist hinlänglich bekannt, dass sich ein gewisses Klientel, nennen wir es mal spaßeshalber „fucking AfD and friends“, dieses Thema in ekliger Weise zunutze gemacht hat. Ohne einen direkten Bezug zum Thema Fußball. Und blenden wir auch mal aus, dass da in Person von Mesut Özil völlig unbedacht und unbedarft einem dummdreisten Autokraten wie Erdoğan gehuldigt wurde, der meine persönliche Auffasung von Werten und Demokratie mit Füßen tritt.

Legen wir das alles mal für einen Moment beiseite, dann stoßen wir auf den Kern dieser ganzen traurigen Geschichte. Erwachsene Männer auf beiden Seiten, die schlicht und einfach zu dämlich waren und sind, anständig und seriös wie erwachsene Männer im halbwegs richtigen Zeitfenster zu kommunizieren. Intern, wie auch in der Öffentlichkeit. Ein Versagen in allen Belangen und von allen Beteiligten.

Und heute gibt dann auch noch ein dubioser Berater seinen Senf dazu.

Sorry, mir reicht es jetzt und ich bin da endgültig raus. Mesut Özil darf gerne noch ein- oder zweimal den Verein wechseln, um Rot-Weiss Essen in Form der bekannten Ausbildungsentschädigung etwas Kohle auf das Konto zu spülen. Immer gerne. Und die Herren Grindel & Bierhoff sollten endlich das tun, was der gesunde Menschenverstand von ihnen erwartet – nämlich von ihren Posten zurücktreten.

Ich für meinen Fall mache nur noch eins. Ich fiebere mit meinem Verein einem möglichen Aufstieg 2019 entgegen. Dieser ganze spätpubertierende Kram, den ich da oben beschrieben habe, der interessiert mich für keine 5 Cent mehr.

In diesem Sinne und jetzt erst recht: Freitag brennt das Flutlicht an der Hafenstraße.

Advertisements

4 Gedanken zu “Özil und kein Ende – doch, jetzt

Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s