The Times They Are a-Changin‘


Allerorten werde ich in diesen Tagen beglückwünscht, zum durchaus erfolgreichen Saisonstart meines Vereins, Rot-Weiss Essen. Ob beim Bäcker, von der Nachbarskatze, die mich eigentlich nicht leiden kann; ja selbst meine Freundin – eigentlich dem Ballspielverein aus Dortmund zugetan – klopft mir anerkennend auf die Schulter (obwohl ich selbst ja kein einziges Tor für RWE erzielt habe). Normalerweise passiert all dies nicht.

Was zur Hölle geschieht hier also gerade?

Nun, aus den ersten drei Saisonspielen wurden sechs Punkte erbeutet, dazu beläuft sich das Torverhältnis auf den recht ansehnlichen Wert von 10:4. Dies ergibt summa summarum Tabellenplatz 3. Was aber wohl tatsächlich der Auslöser für diese latente Euphorie ist: Der überaus souveräne und begeisternde 5:1-Sieg gegen den Wuppertaler SV am zweiten Spieltag (der Flaschenöffner, nach der unnötigen Auftaktniederlage in Rödinghausen) sowie das 4:1 gegen den 1. FC Kaan-Marienborn (ich gestehe: vorher noch nie von gehört) am letzten Wochendende in Siegen. Ich lehne mich glaube ich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass so ein Match wie in Siegen in den letzten Spielzeiten auch gerne mal völlig in die Hose gegangen wäre. Denn ein Spiel nach Rückstand zu drehen, welches in der ersten Halbzeit dazu noch recht zerfahren war, das war in der jüngeren Vergangenheit nicht unbedingt eine Stärke derer, die da für RWE auf dem Platz standen.

Es scheint, dass es diese Saison anders ist.

Zum einen haben wir wohl mit Karsten Neitzel endlich einen Übungsleiter gefunden, der an die Essener Hafenstraße passt wie der beühmte Arsch auffen Eimer. Von seinen zweifellos vorhandenen fachlichen Qualitäten mal ganz abgesehen. Und zum anderen scheinen die getätigten Transfers – ich mache das eigentlich nicht gerne, muss aber an dieser Stelle Florian Bichler explizit erwähnen – der Mannschaft den erhofften und lang ersehnten Mehrwert zu geben. Man hat, trotz vielleicht noch einer nötigen Feinjustierung in der Abwehr, das Gefühl, dass da eine selbstbewusste und auch spielerisch ansprechende Mannschaft auf dem Platz steht, die in der Lage ist, bis zum 34. Spieltag um den Platz an der Sonne zu kämpfen. Der ja, wie wir alle wissen, in dieser Saison den direkten Aufstieg in die 3. Bundesliga garantiert.

Nicht zu vergessen – die langzeitverletzten Cedric Harenbrock und Kevin Freiberger kehren im Laufe der Spielzeit ins Team zurück, sind damit quasi zwei weitere interne Alternativen und ziemlich sicher Verstärkungen. Dazu steht mit Lukas Raeder eine Nummer 1 im Tor, von dem ich mir sicher bin, dass er diese wichtige Aufgabe, nämlich ein absolut sicherer Rückhalt des Teams zu sein, zu 100% erfüllen wird.

Also, alles im grünen Bereich an der Hafenstraße 97a? Was mich angeht, Stand heute – ja. Natürlich, im Fußball ist alles möglich, in kürzester Zeit, nach oben wie nach unten. Wenn das jemand weiß, dann wir. Aber ich hatte in keiner der vergangenen sieben Spielzeiten zum jetzigen Zeitpunkt ein vergleichbar gutes Gefühl, wie es nun der Fall ist. Es macht wieder Spaß, es ist teilweise geil und wie oben erwähnt – es ist wirklich mal angenehm, für die Leistungen seins Vereins beglückwünscht zu werden. Das ist ganz einfach Balsam für die Seele.

Also, Karsten Neitzel, die Mannschaft, die Neitzelmänner – seht zu, dass wir dieses Gefühl noch möglichst lange genießen können. Wir wären Euch dafür sehr dankbar.

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3 Gedanken zu “The Times They Are a-Changin‘

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