Meine launigen Gedanken zur WM


Sommerpause, der Ball an der Essener Hafenstraße ruht. Vereinsfußball ist zwar das Nonplusultra, nichtsdestotrotz verfolgen wir ja alle wohl mehr oder weniger nun die WM in Putin-Land. Oh, kommt da etwas leise Kritik durch? Ja, vielleicht. Ich bin halt kein ausgewiesener Freund davon, große Turniere und ganz allgemein wichtige Sportereignisse in Länder zu vergeben, die zwar offiziell als Demokratien daherkommen, aber de facto ziemlich autokratisch angehaucht sind. Aber hey, wenn wir mal an die WM 2022 in Katar denken, dagegen ist die in Russland jetzt ein Besuch bei lupenreinen Freunden der Demokratie, laut Gazprom-Schröder. Hahahahaha. Und schon die WM ’78 unter der Junta in Argentinien… egal, lassen wir das. Politik gehört leider irgendwie zum Fußball dazu, auch wenn ich getrost darauf verzichten könnte. Aber sag das mal den erlauchten Herren von FIFA, UEFA oder DFB. Das ist alles schon so sehr abgefeimte Politik, da wirkt Don Vito Corleone fast schon wie ein gemeinnütziger Wohltäter. Nun, hier meine Wünsche und Gedanken für die WM im Land von Glasnost und Perestroika.

  • Verkleiden und Stimmung okay, aber bitte nicht mit diesen hochnotpeinlichen und pottenhässlichen „Schlaaaaand!“-Artikeln von Penny oder Lidl. Selbst der allerletzte Fan (der sich nur alle zwei Jahre für Fußball interessiert) dürfte mittlerweile eingesehen haben, dass man sich mit diesem Krams wie Schminke, Hawaiiketten oder lustigen Hüten zum Affen macht. Wer sich stilvoll und kenntnisreich kleiden möchte – bei eBay oder Amazon gibt es herrliche Retro-Shirts der deutschen Nationalmannschaft, etwa das saucoole Trikot der EM 1996 in England zum recht kleinen Preis.
  • Diese Diskussion um die Position des Torhüters im deutschen Team ist völlig nutzlos. Egal ob Neuer, ter Stegen oder sonstwer; selbst die Nummer 14 in Deutschland wäre die Nummer 1 im englischen Team. Den würden die auf der Insel mit Kusshand nehmen. Denn was wir hier wirklich noch nie hatten: ein Torhüterproblem. Also keep calm. Der Bundes-Jogi mit der zarten Nivea-Haut macht das schon, schließlich ist er ja vor Ort und damit im Bilde. Er ist übrigens schon ziemlich gut gebräunt, wie ich gerade im TV sah. Bierhoff nicht, aber der war ja schon immer sehr blass.
  • Respektiert Euch bitte während der WM gegenseitig. Wenn der Partner die Schnauze voll hat, dann bleibt die Kiste eben mal aus. Oder man sieht sich irgendeinen Spielfilm an. Wenn die (oder der!?) Liebste das möchte, sogar zum 14 Mal die Schnulze Titanic. Vielleicht überlebt Leonardo DiCaprio ja dieses Mal, weil nicht wieder so dämlich nicht zu Kate Winslet auf die schwimmende Tür zu klettern. Die zweifelsfrei beide getragen hätte. Was aber auch nicht zwingend sein muss.
  • Ja, ich würde Deutschland gerne zum 5. Mal als Fußball-Weltmeister sehen. Zwar ist mir so ein Turnier im Vorfeld meistens recht egal, aber im Verlauf dessen, wie das halt so ist, lässt man sich doch schon von einer gewissen Euphorie anstecken. Ist ja auch nicht schlimm, kann man bedenkenlos zu stehen. Besser wir, als die Franzosen.
  • Da mein Blogname nicht zufällig einen italienische Namen hat, bin ich natürlich über die verpasste Qualifikation der Squadra Azzurra etwas enttäuscht. Ich mag halt diesen typisch italienischen Ergebnisfußball, der ja in der Vergangenheit auch zu großen Erfolgen geführt hat. Nicht immer schön anzusehen, aber gnadenlos effektiv. Dazu zählten die Duelle Deutschland vs. Italien immer zu den Highlights bei großen Turnieren. Aber wer Anhänger von Rot-Weiss Essen ist, den bringt das jetzt auch nicht um. Da muss schon wesentlich mehr kommen.

Aber wisst Ihr, was mir sehr viel wichtiger ist als all das? Dass RWE in der kommenden Saison bis zum Ende ganz oben mitspielt; nach Möglichkeit den 1. Platz belegt und damit endlich – und direkt – aufsteigt. Denn, sorry Jogi, das hat für mich mehr Bedeutung, als es die Nationalmannschaft je haben könnte.

In diesem Sinne, eine schöne und interessante WM.

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7 Gedanken zu “Meine launigen Gedanken zur WM

  1. Da spricht der Vereinsfußballfan. Ich gebe dir völlig recht, dass kein Nationalmannschaftsturnier die Faszination des Vereinsfußballs übertreffen kann. Und RWE ist ein toller Traditionsverein und ich hoffe schon bald auf die Rückkehr in eine relevante Liga. Da gehört die Mannschaft nämlich hin.
    Ich finde diese Fußballparty, ohne Fußballverstand ebenfalls nicht schön. Für mich stehen die Spiele im Vordergrund. Ich will mir keine Schminke ins Gesicht hauen oder lustige Hüte tragen. Es geht mir um mehr als nur das, um das Spiel. Wenn Leute zum Public Viewing fahren und am Ende keine Sekunde des Spiels wirklich gesehen haben, dann aber ihre Analyse zum Besten geben – ohne Worte.
    Egal, ich will mich auf die WM freuen. Ich will das Kribbeln spüren, das ich als KInd hatte, wenn ich mich wochenlang auf das Eröffnungsspiel gefreut habe. Das war für mich schöner als Weihnachten und Ostern zusammen. Und dann spielen Russland und Saudi-Arabien. Fußball, Olé!

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    1. Catenaccio 07

      Wohl der relevanteste Kommentar, den ich hier je hatte. Ich habe schon 2006 mit Public Viewing abgeschlossen, als ich auf dem Kennedyplatz in Essen ein junges Mädchen vor mir hatte, die ein Trikot mit der Rückenaufschrift „Podolski seine Ische“ trug. Danach war das Ding für mich irgendwie durch.

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  2. „Aber hey, wenn wir mal an die WM 2022 in Katar denken, dagegen ist die in Russland jetzt ein Besuch bei lupenreinen Freunden der Demokratie, laut Gazprom-Schröder. Hahahahaha.“ Und dabei an Schröders Lache denken … jetzt in meinem Ohr 😦

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