Eine gute Sache


Sportlich läuft es zur Zeit nicht wirklich rund, an der Hafenstraße zu Essen. Immer noch liegt dem geneigten Anhänger von RWE die – sagen wir, wie es ist – unfassbar dämliche Niederlage letzten Freitag gegen Wattenscheid im Magen, mit zwei späten Gegentoren, die wirklich so unfassbar dämlich… aber lassen wir das.

Denn abseits des grünen Rasens hat sich eine kleine Geschichte zugetragen, die allen Respekt verdient und die in all ihren Facetten nicht unerwähnt bleiben sollte.

Am Montag vor dem Spiel wurde auf RTL West ein Bericht ausgestrahlt, der berührte und zugleich eine ganze Reihe von RWE-Fans dazu brachte, den Verein persönlich und über die sozialen Netzwerke (ab und an sind diese auch sinnvoll) auf diesen aufmerksam zu machen.

Werner Held, ein 72-jähriger Rentner aus Essen und seit über 40 Jahren Fan von RWE, konnte sich rund zehn Jahre lang keinen Besuch an der Hafenstraße mehr leisten, aufgrund seiner kargen Rente. Das heißt, er war noch nie im immer noch recht neuen Stadion Essen. Nun könnte man eine Diskussion darüber lostreten, warum jemand, der Zeit seines Berufslebens in Arbeit gestanden hat, in diesem Land dazu schlichtweg nicht mehr oder nur äußerst selten in der Lage ist. Da dies jedoch kein politischer Blog ist, sondern ein Blog über Rot-Weiss Essen, verzichte ich darauf. Obwohl es mir wirklich in den Fingern juckt.

Beitrag auf RTL West vom 9. März: Ein Traum geht in Erfüllung

Fakt ist, durch den großen Einsatz von „Rädelsführerin“ (charmant und bewundernd gemeint) Stephanie Ganowski und ihrer Tochter Kiara sowie ihren Mitstreitern wurde Werner Held am vor dem Spiel am Freitag vom Verein Rot-Weiss Essen eine Dauerkarte für den Rest der Saison überreicht; dazu ist angedacht, dass sich der Verein und die erwähnten RWE-Fans an einen Tisch setzen und versuchen eine Möglichkeit zu finden, wie bedürftigen Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft ein regelmäßiger Stadionbesuch zugänglich gemacht werden kann. Denn wenn Fußball wirklich ein Volkssport ist, und ich gehe mal ganz scharf davon aus, dann sollte der Besuch eines Stadions, sei es in der Regional- oder in der Bundesliga, auch jedermann mehr oder weniger regelmäßig möglich sein. Ansonsten führt sich der Begriff Volkssport ad absurdum.

RWE

Stephanie und Kiara Ganowski (Mitte) und ihre Mitstreiter, rechts Werner Held

Erwähnenswert auch, dass durch private Spenden zusätzlich ein Geldbetrag in Höhe von 190 Euro aufgebracht wurde. Und jetzt gilt es nur noch Danke zu sagen. An Stephanie Ganowski, ihre Helfer sowie an jeden Einzelnen, der sich in dieser guten Sache engagiert hat. Auch auf die Gefahr hin, dass es jetzt vielleicht etwas pathetisch klingt: Ihr seid Rot-Weiss Essen.

P.S.: Am Montag, dem 12. März um 18:00 Uhr auf RTL West: ein Interview mit Frau Ganowski & Co. Einschalten lohnt sich.

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