RWE im DFB-Pokal, oder: Konzentrieren auf den Punkt


Ich schaue gerade im TV die Olymischen Spiele, vorhin lief der Biathlon-Massenstart der Herren; der französische Dominator Martin Fourcade setzte sich in einem unglaublich engen Finish um Sackhaaresbreite (sagt man so im Ruhrgebiet) gegen den Deutschen Simon Schempp durch.

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Schempp vorne im Bild, hinten Fourcade (Fourcade etwa 3 cm vorne. Schempp hätte mit Schuhgröße 56 gewonnen.)

Oympische Spiele, das bedeutet: Athleten bauen ihre Form in dem Maße auf, dass sie punktgenau zu diesem Ereignis auf dem Höhepunkt ihres jährlichen Leistungsvermögens sind. Okay, mit Ausnahme von Martin Fourcade vielleicht. Der ist seit Jahren durchgehend in Topform.

Jetzt kommt ein Quervergleich, der vielleicht etwas abstrus ist, mir aber halt durch den Kopf geht. Kann es sein, dass die jeweiligen Mannschaften von Rot-Weiss Essen seit Jahren den DFB-Pokal als den Wettbewerb betrachten, für den sie ihre Formkurve aufbauen? Hier nur ein paar Spiele, Beispiele der letzten Jahre:

  • 17/18: RWE vs. Borussia Mönchengladbach, 1:2
  • 16/17: RWE vs. Arminia Bielefeld, 6:7 n.E.
  • 15/16: RWE vs. Fortuna Düsseldorf, 1:3 n.E.
  • 12/13: RWE vs. Union Berlin, 0:1 n.V.

Gut, wie man sehen kann, gingen alle diese Spiele um jene ominöse Sackhaaresbreite verloren. ABER: es waren durch die Bank grandiose, packende Spiele. In jeder, also wirklich jeder dieser Begegnungen war Rot-Weiss Essen dem klassenhöheren Gegner zumindest ebenbürtig, in zwei der Spiele durch meine subjektiven Augen sogar etwas überlegen (Mönchengladbach, in weiten Teilen und Düsseldorf).

Das heißt, zu Saisonbeginn war RWE anscheindend immer auf dem Höhepunkt der Schaffenskraft, auf dem Zenit, um im Laufe der Saison dann meistens sukzessive abzubauen. Natürlich kann man jetzt einwenden, dass ein Spiel im DFB-Pokal immer das Beste aus einem Team herauskitzelt; der Name des Gegners (mal nicht Wegberg-Beeck, Erndtebrück oder Rödinghausen), die vollen Tribünen, das Ereignis DFB-Pokal an sich.

Wahrscheinlich ist das auch so, und meine Gedankengänge hier sind völliger Unsinn. Denn natürlich erreicht kein Fußball-Team seine Höchstform schon zu oder gar vor Beginn einer Saison, das wäre ja auch nicht Sinn der Sache. Ich habe eben nur vorhin dieses Rennen, dieses unglaubliche Finish im Fernsehen gesehen. Und ich wünschte mir, RWE hätte etwas mehr von einem Dominator wie Martin Fourcade. Über Jahre durch die ganze Saison hochonzentriert und ausgestattet mit einem formidablen Killerinstinkt. Ich bin mir fast sicher, der baldige Aufstieg wäre nur noch eine Formsache.

Aber vielleicht sollte ich auch einfach etwas weniger Biathlon sehen.

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4 Gedanken zu “RWE im DFB-Pokal, oder: Konzentrieren auf den Punkt

  1. Nix geht derzeit über Curling!
    Der RWE ist allerdings auch mit überhaupt NIX vergleichbar. Hier (beim glorreichen RWE) verzweifelt auch jeder namhafte Psychoanalyst! …warum…wieso…weshalb…/tu ich mir das an/ können wir nicht auch mal n bissken fortúne (…bevor ich Fortuna schreibe😱)…
    Unerklärlich, aber jedes mal aufs Neue…!

    Gefällt 1 Person

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