Niemals auf die Tabelle gucken!


Eigentlich schaue ich nicht so wahnsinnig gerne auf Fußball-Tabellen. Obwohl sie der einzig wahre Indikator für die Leistung(-sfähigkeit) eines Vereins sind. Die Tabelle lügt halt nicht. Aber irgendwie macht es mich immer ein bisschen nervös. Und noch schlimmer – nachdenklich. Grüblerisch.

Dazu kommt, dass ich als Anhänger von Rot-Weiss Essen in den letzten Jahren nicht wirklich oft vor lauter Freude die Welt umarmen konnte, nach einem Blick auf eben jene Tabelle der ominösen Regionalliga West. Ihr kennt das wahrscheinlich. Falls Ihr auch RWE-Fans seid. Wenn Du Anhänger von Bayern München bist, lies hier einfach nicht weiter.

Aber was Ihr als Fußballfans natürlich auch kennt: Dieses schleichende Kopfkino, solange rein rechnerisch „noch etwas geht“. Oder dieses recht angenehme Gefühl, nach einer kleinen – und hoffentlich ausbaufähigen – positiven Serie. Wenn man eine Art Lauf hat. Es stellt sich dann ein gewisser Grundoptimismus ein, den man vorher wochenlang nicht auf seinem Radar hatte. Ja, denn insgeheim schaut man fast jeden Tag eben doch auf die Tabelle, und manchmal geht man mehr als großzügig alle möglichen Szenarien durch. Auch wenn man das womöglich gar nicht möchte. Wie groß ist denn eigentlich der Abstand zu den Kellerkindern? Wie viele Punkte sind es auf Platz 1 (oder 2 oder 3)? Wenn aus den nächsten vier Spielen zehn oder zwölf Punkte geholt werden sollten, wo könnte man dann theoretisch stehen? Was ist wohl möglich, wenn der ungeliebte Kontrahent XY wider Erwarten in diesem Zeitraum nur vier Punkte holt? Was wäre wenn?

Und so kam es, dass vorhin tatsächlich mal wieder ein kleiner Spielfilm in meinem Kopf ablief. „Hmm… sechs Punkte jetzt nur noch bis auf Platz 3, das ist ja eigentlich ein Klacks. Vor allem, da wir mit unserem neuen Trainer sieben Punkte aus drei Spielen geholt haben, und der Fußball wirklich wieder erfolgversprechend ist. Wir haben also quasi eine Serie gestartet. Die Trendwende. Und 13 Punkte bis auf Platz 1, naja, eigentlich haben wir ja erst Anfang November, also sollte der Fußballgott uns ausnahmsweise mal gewogen sein, oder einfach mal alles zu unseren Gunsten laufen…“

Man, niemals auf die Tabelle gucken!

Aber man tut es eben doch. Immer.

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5 Gedanken zu “Niemals auf die Tabelle gucken!

  1. Du sagst es! Allerdings schau ich zurzeit als alter MSVler nur nach unten. Hurra, 3,4..5 Punkte Abstand zum Abstiegsplatz, dass könnte was werden. Und drei Spieltage später ist wieder alles ganz anders. 2, 3 Punkte zum rettenden Platz, da geht doch noch was. So ne Tabelle hat schon was.
    Grüße.

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