Sascha Wolf


Auftakt einer kleinen und unregelmäßigen Reihe über RWE-Spieler aus den 90ern und den 00er-Jahren.

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Als Sascha Wolf 1999 zu Rot-Weiss Essen stieß, gab es erst mal einen kollektiven Aufschrei an der Hafenstraße. Denn Wolf kam direkt und ohne Umwege vom ungeliebten Nachbarn Schalke 04, wo er zwar einige Einsätze in der 1. Mannschaft verbuchen konnte, aber letztendlich an arrivierten Stammkräften im Sturm wie Youri Mulder und Martin Max nicht vorbeikam.

Doch wie es im Fußball nun mal so ist – stimmen Leistung, Einsatzbereitschaft und ist Verbundenheit mit dem Verein erkennbar, sind Ressentiments dieser Art recht schnell vergessen. Und Sascha Wolf zeigte all das in beeindruckender Manier, sodass ihm schon etwa in der Mitte seiner ersten Saison in Essen eine Art Ritterschlag zuteil wurde. Die Fans sangen gerne mal, nach einer geglückten Aktion des Blondschopfs: „Saaascha ist kein Schalker mehr, Saaascha ist kein Schalker mehr…“ Viel mehr kann ein Fußballer ja eigentlich kaum erreichen.

Nun war Sascha Wolf nicht gerade das, was man einen begnadeten Techniker nennen würde. Seine Fertigkeiten am Ball waren – sagen wir, für eine Karriere in der Bundesliga – limitiert, aber das spielte für das Publikum (und wohl auch für seine Interpretation des Spiels) keine große Rolle. Denn als Zuschauer wusste man: Kommt Wolf an den Ball, geht der Zug unweigerlich nach vorne. Und kommt er im Strafraum an den Ball, wird es verdammt brenzlig für den Gegner. Denn neben seinen genannten Eigenschaften verfügte Wolf über einen ausgeprägten Torriecher. Er wusste, wo er zu stehen hatte. Die Dinger die er machte waren meistens nicht schön, keine Tore des Monats. Aber er war in seiner Arbeit gnadenlos effektiv, und oft waren seine Treffer spielentscheidend.

wolf

Ganz besonders erwähnt werden muss hier der letzte Spieltag der Saison 2001/2002, als Wolf mit seinem Tor in der letzten Minute im Spiel bei Eintracht Braunschweig den Klassenerhalt für RWE in der Regionalliga Nord (damals 3. Liga) sicherte. Ich war an diesem Tag auf dem Rü-Fest in Essen, nervös schwitzend mit einem kleinen Radio in der einen und einem Becher Bier in der anderen Hand. Nach dem erlösenden Treffer verschwand das Radio, zugunsten eines weiteren Erlösungsbieres. Vielleicht waren es auch noch zwei.

Gegen Ende seiner fünf Jahre bei RWE kam Sascha Wolf nicht mehr so richtig zum Zug, die Gründe dafür seien hier mal nicht relevant und mit der Zeit auch vergessen. Er wechselte 2004 zum südlichen Nachbarn ETB Schwarz-Weiß Essen, wo er noch vier Jahre recht erfolgreich die Tornetze der Gegner ausbeulte. Danach ließ er seine Spielerkarriere in unteren Amateurligen ausklingen.

Bilanz: 126 Spiele/46 Tore für Rot-Weiss Essen

Prädikat: Wertvoll

 

 

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2 Gedanken zu “Sascha Wolf

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