Das Nachwort zum Sonntag


War ja einiges los gestern, am Sonntag den 11. Juni 2017. Ich habe endlich mal versucht, am Tag des Herrn auf den Genuss einer eiskalten Flasche Weißwein bei herrlichen Temperaturen zu verzichten. Das ist nämlich am Montagmorgen schon mal doof, wenn man noch etwas… oh, sorry. Das war jetzt was anderes.

Nein, gestern war ein Tag, der für jeden Fan von Rot-Weiss Essen höchste Relevanz besaß. Zum einen fand im Congress Center Süd der Messe Essen die alljährliche – wahrscheinlich heißt sie deswegen auch so – Jahreshauptversammlung statt; zum anderen, später am Abend, in der leidlichen ARD die Auslosung der 1. Runde des DFB-Pokals.

Alles an einem Tag! Dazu noch an einem Sonntag. Das war bestimmt nicht im Sinne des Erfinders, aber egal.

Was passierte also gestern? Der Vorstand hat mit einem Einverständnis von 81,94% der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder das Mandat erhalten, sich mit einer Ausgliederung der 1. Mannschaft aus dem Gesamtverein zu beschäftigen. Dies ist, auch wenn es jetzt halt nicht jedem passt, ein recht eindeutiges Votum. Zuspruch in diesen Regionen erhält sonst nur der jeweilige Kanzlerkandidat der SPD, außer er heißt Martin Schulz. Der ist sogar noch erfolgreicher. Also zumindest bei der Abstimmung.

Und deswegen hier eine Bitte, oder vielmehr ein Gedanke an die, die so vehement gegen diesen Beschluss waren: Mal gewinnt man im Leben, und mal verliert man. Was jetzt aber rein gar nichts bringt, ist hasserfüllt, verbittert und mit einem gedanklichen Messer zwischen den Zähnen durch die Gegend zu laufen. Wichtiger und richtiger wäre es – nur meine bescheidene Meinung – den Verein und die handelnden Personen bei diesem langfristigen und sicher auch nicht einfachen Vorhaben zu unterstützen. Oder ihnen zumindest keine Steine in den Weg zu legen. Denn… hey! Ich weiß, wie es ist zu verlieren. Und ich bin auch nicht immer ein guter Verlierer, ganz sicher nicht. Aber ich erkenne an, wenn die Würfel gefallen sind. Alea iacta est. Und sind sie gefallen, arrangiere ich mich – notgedrungen oder eben auch nicht – mit dem zukünftigen Sachverhalt. Das ist nicht nur im Fußball so. Wir sind alle Fans, Anhänger, Sympathisanten dieses Vereins. Und was er definitiv nicht gebrauchen kann, noch nie gebrauchen konnte, sind Grabenkämpfe der schmutzigen Art.

Was war noch? Ach ja, die Auslosung im DFB-Pokal. Rot-Weiss Essen gegen Borussia Mönchengladbach, das ist doch ein Spiel, welches man getrost einen richtig geilen Kracher nennen kann. Mal keinen machbaren Zweitligisten wie in den letzten Jahren, sondern eine fast unlösbare Aufgabe. Und wenn ich ehrlich bin, diese fast unlösbaren Aufgaben finde ich interessanter, als die machbaren. Weil im Falle eines Erfolgs die Euphorie, der Kick umso größer ist. Und warum können wir die Fohlen schlagen? Ganz einfach – weil wir es können. Weil wir einfach mal wieder reif sind, für die zweite oder vielleicht dritte (vierte!) Runde des DFB-Pokals. Und das fast Unmögliche möglich zu machen, das ist doch das, wofür es diesen Verein – unter anderem – gibt.

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