Die Maske und die Wasserleiche


Ist es nicht faszinierend, wenn die Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga, in diesem Fall explizit über das Revierderby Schalke 04 vs. Borussia Dortmund, sich im Nachgang fast ausschließlich auf eine Stoffmaske und ein dämliches Maskottchen reduziert?

collage

Ich meine, das ist doch auch wirklich interessant. Vergessen wir einfach Spiele, Tore, Ergebnisse und Tabellen. Den ganzen Kram. Wer braucht so etwas noch? 1:1? Ach, egal. Wer braucht denn diese ganzen Informationen, wenn man über so hochwichtige Dinge wie die dämliche Werbemaske eines Pierre-Emerick Aubamayang oder eine Rote Karte berichten kann, die das tumbe Schalke-Maskottchen Erwin (oder Ährwin, interessiert mich nicht) in einem Anflug von Grenzdebilität und offensichtlichem Aufmerksamkeitsdefizit einem Schiedsrichter zeigt?

Okay, Aubamayang ist wohl eigentlich ein guter Junge. Eine befreundete BVB-Bloggerin meinte sinngemäß – „Er ist wie ein großes Kind, man muss ihm das einfach nachsehen“. Gut, ich bin deswegen ja auch nicht ernsthaft verärgert. Aber ganz ehrlich, eine Kinderei ist das beim besten Willen nicht mehr. Es ist vielmehr eine bewusste Provokation; eine kalkulierte Maßnahme, um den privaten Sponsor und die eigenen Befindlichkeiten auf eine größtmögliche Bühne zu hieven. Allerdings sollte man als Spieler in diesem Kontext nie vergessen, wer einem die täglichen Brötchen und den goldenen Maserati bezahlt. Im Endeffekt ist dies nämlich der Verein, nicht der Privatsponsor. Der Club, dem man sich verschrieben, bei dem man unterschrieben hat. Wenn man also eine Masken-Show für seinen privaten Finanzier abziehen möchte, dann bitte im Urlaub oder zu Karneval. Viel Spaß. Ich bin mir sicher, viele Kinder und Fans von tollen Superhelden werden ihre helle Freude daran haben.

Zu Erwin: Ich hatte ernsthaft gehofft, dass mir Bilder oder Aktivitäten dieses tumben und gestapelten Polyesterhaufens in Wasserleichen-Optik nie mehr unter die Augen kommen. Leider zu früh gefreut. Und deswegen jetzt erst recht:

Lebenslanges Stadionverbot für alle hammerhart-doofen Maskottchen dieser Republik, die einem schlichtweg auf die Nerven gehen. Als gutes Beispiel sollte das RWE-Makottchen „Ente Willi“ dienen. Es ist nur dort zu finden, wo der rot-weisse Nachwuchs aktiv ist. Oder es tritt im Rahmen von karitativen Zwecken auf. Im Stadion Essen an der Hafenstraße, bei Spielen – niemals. Und das ist auch gut so.

Fotos t-online

Advertisements

5 Gedanken zu “Die Maske und die Wasserleiche

Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s