Fußball – Frauen – Ferde

„Es war einmal, vor langer, langer Zeit, da gab es einen Fußballverein aus Essen. Er feierte die größten denkbaren Erfolge; wurde Deutscher Meister, wurde Pokalsieger, wurde erster deutscher Teilnehmer der Champions League, und einige Spieler des Vereins wurden sogar Weltmeister. Und jeder in der Fußballwelt und darüber hinaus, im ganzen Universum, kannte den Verein und seine Helden.“

Mit diesem gesprochenen Intro, vorgetragen von der deutschen Robert De Niro-Synchronstimme Michael Welling, beginnt die Fußballkomödie Fußball – Frauen – Ferde im Essener Theater Freudenhaus. Ein Kleinod ruhrpöttischer Theaterkunst, die Performance wie auch die Bühne an sich.

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Uuups, habe ich das gerade so gesagt? Weil… eigentlich steht es mir überhaupt nicht zu, eine Rezension über ein Stück zu verfassen, welches in einem renommierten Ruhrgebietstheater zur Aufführung kommt. Denn, soweit ist mal klar – ich habe von Kleinkunst (das ist nicht abwertend gemeint, Theater ist per se große Kunst) noch weniger Ahnung, als von Fußball.

Also, rein in die Vollen. Erstmal ist es nicht selbstverständlich, dass einem Fußballverein ein eigenes Theaterstück gewidmet wird. Meines Wissens wurden der TSG Hoffenheim, dem VfL Wolfsburg oder auch dem Hamburger SV diese Ehre noch nicht zuteil. RWE – hat jetzt eines.

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Und man kommt nicht drum rum, es über den grünen Rasen Klee zu loben. Schon die erste Szene ist vollgepackt – nicht überfrachtet – mit Ruhrgebietsschnauze, trockenem Humor und auch einigen Slapstick-Elementen. Herrlich der Running Gag „Dat heißt nich mehr Vorstand, dat heißt getz Präsidium!“, der sich durch das ganze Stück zieht.

Mir als Laie – letzter Theaterbesuch etwa 1998 – gefiel vor allem die Nähe, die das Ensemble wie ganz selbstverständlich zum Publikum aufbaute. Schon nach kurzer Zeit war man gefühlt mittendrin und nicht nur dabei in der Vereinskneipe, in der sich der umtriebige Präsident Latussek, der etwas grenzdebile Kassenwart „Asbach“ (beherrscht seinen Job nicht wirklich) und der absolut prototypische RWE-Fan Hannes teilweise aberwitzige Dialoge um die Ohren hauen. Natürlich nicht, ohne dass sich der Tisch mit immer mehr Bierflaschen füllt, die selbstverständlich geleert werden wollen.

Mehr sei nicht verraten; unter anderem spielen noch eine kleine Lovestory, ein Rinderbaron aus Argentinien sowie zwei „Agenten“ mit klassischen Sonnenbrillen ebenfalls eine Rolle in dieser Aufführung, die ganz bewusst und sehr angenehm die Essener Fanseele streichelt. Um es mit Willi Lippens zu sagen: „Mir ist das Herz aufgegangen“. Und ich habe gut gelacht.

Mehr Infos und Spielpläne auf Theater Freudenhaus.

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4 Gedanken zu “Fußball – Frauen – Ferde

  1. Pingback: Fußball – Frauen – Ferde — Catenaccio 07 – Westwind Essen

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