EM? RWE


Was man von der EM für die kommende Saison mitnehmen kann und was nicht.

  • Mannschaften wie Nordirland, Island oder Albanien sind vielleicht irgendwie sympathisch, so à la knuddeliger Underdog, aber das ist nur eine temporäre Anomalie (Cooler Begriff, ne. Habe ich von Captain Jean-Luc Picard aus Star Trek). Im Endeffekt sind sie nämlich wie Wiedenbrück, Verl oder Rödinghausen. Sie stocken das Turnier auf, beleben es sogar etwas, am Ende aber gewinnt eine große Mannschaft wie Frankreich. Also auf die Regionalliga bezogen – Rot-Weiss Essen. Moment, hat Portugal nicht… egal jetzt. Man!
  • Die Begeisterung für die Euro 2016 war zuerst verhalten, steigerte sich im Laufe der Zeit dann etwas, um gegen Ende wieder auf den Anfangszustand einzuschwenken. In der kommenden Regionalligasaison sollte die Begeisterung für RWE von Beginn an recht groß sein, um im Saisonverlauf sukzessive – und parallel zu den Ergebnissen – zu wachsen und gegen Saisonende, wenn der Kampf um Platz 1 entschieden wird, zu einem tosenden Orkan anzuschwellen. Wie gesagt – parallel zu den Ergebnissen.
  • Das Outfit der meisten Fans während der EM, wie schon bei allen anderen Turnieren dieser Art in der jüngsten Vergangenheit, war etwas… gewöhnungsbedürftig. Merkwürdige Plastikhörner, Hawaiiketten, übertriebene Schminke etc. Dies ist im Vereinsfußball zum Glück nicht notwendig. Es reicht ein Trikot, dazu vielleicht noch ein Schal oder ein Basecap. Man nennt das Understatement. Alles andere ist Mumpitz. Außerdem gab es in den Stadien dank der UEFA wohl nur Carlsberg zu trinken. Ich glaube (und das als passionierter Rotwein-Süffler), im Stadion Essen hat man es durchaus besser.
  • Beim Turnier in Frankreich wurden einige Mannschaften auf ihre Leader reduziert. Cristiane Ronaldo bei Portugal, Gareth Bale bei Wales zum Beispiel. Bei Rot-Weiss Essen ist das nicht notwendig. Trotz unbestrittener Star-Qualitäten eines Timo Brauer oder eines Frank Löning zählt allein die Mannschaft, respektive der Erfolg dieser. Der Star ist die Mannschaft, sie soll, darf und wird es hoffentlich auch sein.
  • Die Übertragungen der Öffentlich-Rechtlichen während der EM waren teils grenzwertig, ähnlich der Leistungen von Sport1, wenn dieser Quizsender ein RWE-Spiel überträgt. Vielleicht ist da mal eine Feinjustierung notwendig. Oder man holt direkt den Hammer raus. Speziell bei Sport1.
  • Erstaunlicherweise ist Portugal nun Titelträger und darf sich darüber auch sorgenfrei freuen, ohne noch eine Relegation gegen die Niederlande austragen zu müssen. Okay, der Vergleich hinkt wie Käpt’n Ahab bei schwerem Seegang. Aber Ihr wisst, wie ich das meine.
  • Was von dieser EM wohl am längsten in Erinnerung bleiben wird, sind Internetphänomene wie Will Grigg’s on fire und Huh! Gut. Aber wenn Huh! längst vergessen ist, lebt Adiole immer noch.

Abschließend: Diese EM war die wohl am wenigsten Interessanteste, seit ich Turniere dieser Art halbwegs bewusst verfolge. Also seit etwa 1984, in einem Land vor unserer Zeit. Sie war schlichtweg zu zäh, mit überdurchschnittlich vielen Durchschnitts- und Grottenkicks, trotz einiger Elfmeterdramen. Und bei der nächsten Auflage 2020, dann auch wieder im aufgeblähten 24er-Modus und mit 13 Gastgeberländern – darunter so Kracher wie Rumänien und Aserbaidschan – steht Ähnliches zu befürchten. Gott sei Dank gibt es Vereinsfußball im Allgemeinen und Rot-Weiss Essen im Speziellen. Denn würde es nur Veranstaltungen geben wie diese – theoretisch angedacht – ,mein Verhältnis zu König Fußball wäre wohl ernsthaft belastet.

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