Leben am Limit


Hurra, das ist genau das was ich brauche! Samstag spielt RWE bei der Zwoten von Fortuna Düsseldorf; Ausgangslage – ein Punkt vor den Abstiegsplätzen bei einem Spiel mehr. Holla die Waldfee! Hätte mir das jemand vor der Saison prophezeit, ich hätte denjenigen nett angelächelt, ihm aufmerksam zugehört (Irre soll man ja nicht provozieren) und hinter seinem Rücken die Jungs mit der unbequemen Jacke gerufen; denn schließlich wäre so eine Prognose nicht mit gesundem Menschenverstand zu vereinbaren gewesen. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Und das ist ja nicht die erste Saison, in deren Verlauf man beim besten Willen nicht versteht, was zur Hölle da gerade eigentlich vor sich geht. Gefühlt für mich die vierzehnte, während der ich ernsthaft über einen Gang zum Psychiater nachdenke oder mit dem Gedanken spiele, die Zeit bis zum Saisonende mit bewusstseinsverändernden Substanzen auf Kräuterbasis über die Runden zu bekommen. Alles so schön bunt hier. Aber am Ende reichen mir dann meistens doch Bier und Rotwein.

Zumindest gab es unter der Woche den wichtigen Einzug ins Finale des Niederrheinpokals, der ein stimmungsvolles Endspiel im Stadion Essen – von diesem Spielort gehe ich einfach mal aus – gegen den WSV oder RWO beschert, sowie den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals garantiert. Ja, garantiert. Soviel Großkotzigkeit muss jetzt einfach sein, damit kompensiere ich das Schneckenrennen der Remis-Könige in der Liga. Leben am Limit!

Aber was wirklich faszinierend und eigentlich bar jeder Vernunft ist: Ich freue mich schon jetzt – kein Scheiß – auf die kommende Saison. Total bekloppt, oder? Irgendwie nehme ich da den Platz des oben erwähnten Probanden ein, nur andersrum. Optimismus nahe am Wahnsinn, das Glas ziemlich voll statt erschreckend leer; Weiter, immer weiter! (Oliver Kahn, nachdem ihm mal die Argumente ausgingen)

Ja, Fan von Rot-Weiss Essen zu sein, das bedeutet – neben der Tatsache, ein ziemlich cooler Typ zu sein – ein Leben am Limit zu führen. Zwischen ekstasischem und orgastischem Jubel, relativer Gelassenheit, einem gesunden Maß an Empörung sowie ab und an dem Gefühl, es wäre vielleicht ganz interessant sich nun doch endlich mal hinter einen Zug zu werfen. Und erzähle mir niemand, dass es in Deutschland einen Verein gibt, der einen als Fan auf eine ähnlich turbulente Reise schickt. Sicher sehe ich das subjektiv, aber nein – in der Form gibt’s das wohl nur hier. Mit leichten Abstrichen noch an Standorten wie Offenbach oder Saarbrücken. Saarbrigge, wie jetzt eine junge Dame einwerfen wird. Ist das nun gut oder schlecht? Keine Ahnung. Vielleicht ist mir das auch völlig egal. Denn ändern kann ich es eh nicht mehr. Es ist so wie es ist, und es geht immer weiter. Danke, Olli Kahn. Der erwähnte übrigens auch mal Eier. Und die helfen nicht nur im Fußball tatsächlich immer weiter.

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