Hallo 2016

…darf ich ehrlich sein? Ich bin bis jetzt maßlos enttäuscht von dir. Du hast Menschen aus dem Leben gerissen, für die es definitiv zu früh kam, die uns viel gegeben haben und die wir vermissen werden. Unter anderem den Musiker David Bowie, den Schauspieler Alan Rickman und nicht zuletzt auch einen Fußballer, der die Bundesligazeit von Rot-Weiss Essen maßgeblich geprägt hat; Günter „Nobby“ Fürhoff. Und wir haben gerade einmal den 27. Januar.

Verstehe mich nicht falsch. Ich weiß, dass auch das dazu gehört. Zu einem Kalenderjahr; voller Freude, Enttäuschung, Hoffnung, Frustration. Bis jetzt war wie immer schon alles dabei, nur überwiegte meist das Negative. Die Toten; dazu die Debatte über ein Thema, das Deutschland bewegt und verändert. Und die erschreckenderweise fast nur noch von Hetzern auf der einen und Relativierern auf der anderen Seite geführt wird, die ihre jeweilige Meinung durchpeitschen, der Gegenseite ihre allgemeingültige Weisheit aufschwatzen und sich für die Pächter – noch schlimmer, Wächter – der Wahrheit halten. Beide.

Mich erinnert das manchmal an das Abziehbild einer Diskussionskultur, die leider auch oft im Fußball vorherrscht. „Ich bin im Recht, ich weiß Bescheid, du nicht“. Ernsthaft? Wenn du denkst, du bist im Besitz der Meinungshoheit, ohne jedwede Toleranz zu zeigen, dann besitzt du eigentlich nur eins – eine vollkommen überschätzte Selbstwahrnehmung. Und die traurige Unfähigkeit, eine andere Sicht der Dinge zu tolerieren oder gar zu diskutieren. Schreihälse, die einen sachlichen, vernünftigen Diskurs meiden wie ein Schalker den Zahnarzt.

Liebes 2016, versuche doch einfach, die nächsten 11 Monate so zu gestalten, dass man am Ende des Jahres sagen kann: Es war ein ziemlich gutes Jahr, wenn auch nicht perfekt. Das reicht dann schon. Im Großen, für die wirklich wichtigen Brocken; wie auch im Kleinen, für Dinge, die uns ein Lächeln ins Gesicht treiben. Zum Bespiel eine positive Zeitungsmeldung am Morgen. Ein Kuss. Ein perfekt gebratenes Steak. Oder ein Sieg der bevorzugten Fußballmannschaft. Dass du nicht für alles verantwortlich bist, das ist mir auch klar. Für vieles – fast alles – müssen wir selbst sorgen und geradestehen.

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