Titel?!

Gestern Abend in der Kneipe mal wieder eine kurze und wie so oft aberwitzige Diskussion geführt. Vielmehr erduldet. Mit einem BVB-Fan. #EchteLiebe-Joggels, die dieses Sprüchlein aus der Marketingabteilung des BVB auf ihrer linken Brust in Höhe des traumatisierten Herzens tätowiert haben (natürlich abwaschbar), mögen hier bitte das Lesen einstellen.

Das ging ungefähr so: Mimimi, jetzt wo Kevin und Kuba nicht mehr im Verein sind (mimimi), kann ich mich gar nicht mehr mit dem BVB identifizieren (mimimi), mir sind Titel nicht so wichtig, ich muss mich mit den Spielern identifizieren (mimimi), was bringen mir Deutsche Meisterschaften, wenn ich mich (mimimi) nicht mit dem Verein identifizieren (sein Lieblingswort) kann…….mimimimimimi.

Hey, Du Couchkissen! Willkommen in der Welt, die man ganz allgemein als Fußball, oder auch als Bundesliga bezeichnet. Deine geliebten Spieler verlassen den Verein, respektive spielen in den Planungen von Thomas Tuchel keine Rolle mehr? Unverschämt auch! Junge, vielleicht hätte man den Spielern Verträge bis 2021 geben sollen, plus Option für weitere 5 Jahre sowie eine Einsatzgarantie à la Jürgen Klinsmann! Und jetzt mal im Ernst: In jedem Verein findet in regelmäßigen Abständen eine Runderneuerung statt. Ist so. Beim BVB erfolgt sie jetzt, nach sieben meist erfolgreichen Jahren. Davon ab – so groß ist sie gar nicht, aber es wird eben an ein paar Stellschrauben gedreht, wofür hat man schließlich einen neuen Trainer. Sicher nicht, um alles beim Alten zu belassen. Klar, ich kann es irgendwo verstehen, wenn man einer Identifikationsfigur wie Kevin G. nachweint. Aber sind wir mal ehrlich, brutal ehrlich: Kevin G. passt nicht in das Tuchelsche Anforderungsprofil. Und, als Außenstehender ohne Vereinsbrille (trage ich eh nie), ich kann’s verstehen. Würde er bleiben, er würde früher oder später zur Altlast werden. Ja, harte Worte. Aber so ist das mit der Realität, abseits jeder Sozialromantik. Ich fände es super, würde Erwin Koen noch für Rot-Weiss Essen spielen. Oder Ali Bilgin. Geht aber eben nicht.

Und noch was, Couchkissen. Titel sind Dir nicht wichtig? Fein, dann weiß ich aber jetzt echt nicht, warum Du Fan eines Vereins bist, dessen offensichtlicher Anspruch es ist Titel zu gewinnen. Wo warst Du, bei den letzten Meisterschaften und beim Pokalsieg des BVB? Lagst wahrscheinlich zuhause auf der Couch, so frei nach dem Mottto: Och, ist mir egal, Titel sind mir nicht so wichtig. Was wiederum nicht zu Deiner eigentlichen Vita passt. Junge, was ich gar nicht leiden kann – Scheinheiligkeit. Und ich kann’s mir erlauben, Dich so abzuurteilen. Warum? Ich bin RWE-Fan. Der letzte – und einzige – Titel, den ich live erlebt habe, war der Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft, im Jahre unseres Herrn Jesu Christi 1992. Gut, von diversen Siegen im Niederrheinpokal einmal abgesehen. Aber das sind nicht unbedingt Titel für den Briefkopf. Will sagen – ich darf darüber reden, über die Wertigkeit von Titeln. Weil ich sie zu schätzen weiß. Das unterscheidet mich von Dir. Ich bin ein RWE-Fan, und damit automatisch erhaben, in der merkwürdigen Welt des Fußballs. Du redest nur merkwürdiges Zeugs.

P.S.: Ich empfehle allen BVB-Fans, diese Worte richtig einzuordnen. Dürfte kein großes Problem sein, denn die meisten Dortmunder, die ich kenne, besitzen tatsächlich keine knuffige Maskottchen-Emma-Ente für die Badewanne. Und sie fallen nicht auf dieses #EchteLiebe-bliblablubb rein. Sie sind einfach nur tough.

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