Samstagnacht-Blues

Der versiffte Stehbolzen in der Kneipe, eine Nacht die nicht enden will. Die nicht enden darf, bevor der Preis der Ewigen mir ins Gesicht lacht. Lachen, Trinken, Rot-Weiss Essen. Hey, mach noch ma zwei fertig! Der Blick reicht kaum bis zur Tür, verschleiert. Was ist, noch einen Absacker bei mir? Der Rauch von draußen zieht durch den Laden, herb, würzig. Anders. Die Stones Volume 10. Du legst jetzt aber nicht Atemlos auf! Ein Blick auf die Uhr, zu lang. Und wofür. Frauen verwandeln sich in Göttinnen, zeitlose Göttinnen der heiligen und endgültigen Versprechung, wir steigen ja auch wieder auf, muss ja. Der Blick bricht in der Mitte des Raums wie ein Speer, den man im zu flachen Winkel abgeworfen hat. Er kommt zurück, zurück ins Ich oder an den Anfang. Wo aber ist der Anfang, wo das Ich, wo sind all die Siege, die Pokale, die Aufstiege, wo ist die Erinnerung an den letzten Tag, an das letzte Wochenende. Letzte Runde, ihr Sackgesichter! Hey, die Brünette am Ende des Tresens, ist das nicht…nein, eine neue Nacht, neues Glück, neue Saison, neue Hoffnung.

Ne neue Nacht, Saison, alles. Keine abgestandenen Geschichten, nicht noch einmal. Die Zeit ist relativ, heißt es. Lübeck, immer wieder Lübeck. Lübeck. Man will es nicht. Haste ma ne Kippe? Der letzte Song, doch noch Atemlos, fucking hell, Helene, Kleines, singen musst du nicht, nimm einfach Platz und erledige den Job. Aber durch welche Nacht können wir noch, wenn die Strahlen der alles zerstörenden Sonne sich brachial ihren Weg durch die verschmierten Fenster bahnen. From dusk till dawn, von gestern ins Heute, immer, von Meisterschaft zu neuer Hoffnung. Sonntag anner Hafenstraße? Ein letzter warmer Tequila, ohne Salz, Zitronen gibt’s nicht mehr, was soll ich auch mit süßlicher Hoffnung, leere Versprechungen auf eine bessere Zukunft, sie kleben am Mund wie billiger roter Lippenstift. Ein vergilbtes Mannschaftsfoto an der Wand. Damals. Ich lebe im Heute. Zeig mir dein wahres Gesicht, so wie du wirklich bist, zieh dich aus bis auf die nackte weiße Haut, ganz. Ich will kein leeres Gerede, jetzt, ich will Alles und nicht erst in Jahren, im verhangenen Schleier einer Zukunft die ich nicht deuten kann. Zu dir. Zeige mir jetzt was du kannst, was du willst, wie du es willst, jetzt in dieser Nacht, in dieser Spielzeit, die Zeit, sie arbeitet für niemanden, nicht für dich und nicht für mich. Nur für uns.

To Hank

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