Der Fluch


Hallo Herr Fascher,

ich fasse mich kurz. Es ist Samstag, das Wetter ist schön und ich habe heute Abend noch etwas vor. Die Sache ist die – ich kann mir eigentlich nicht anmaßen, die Arbeit eines Trainers zu kritisieren. Ich selbst habe nie auch nur irgendetwas trainiert, ich kenne mich nicht aus mit Trainingsinhalten und ich habe sehr wenig bis gar keine Ahnung von Taktik. Ich bin kein Nerd, der Fußball an der imaginären Taktiktafel seziert, oder jemand der sich permanent in irgendwelche Trainerdiskussionen einmischt. Aber, und dessen bin ich mir sehr sicher, ich habe zwei Augen im Kopf. Die scharf sind wie die eines Falken. Und ich sehe mittlerweile seit, naja, rund 30 Jahren bewusst Fußball, ich bin ein Fourtysomething wie Sie.

Der Fluch

Ich muss Ihnen leider sagen, mir gefällt nicht was ich da auf dem Rasen an der Hafenstraße sehe. Damit bin ich auch nicht allein. Ich fühle mich an meine Kindheit erinnert, an viele Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft in den 80ern (und in weiten Teilen der 90er). Uninspiriertes, unansehnliches Rumgebolze, Querpässe ohne Raumgewinn, Fehlpassorgien und das berühmte, berüchtigte Langholz. Viele haben sich damals enttäuscht und angewidert abgewendet, sie wurden erst durch den Titelgewinn bei der WM 1990 in Italien wieder versöhnt. Halbwegs. Aber selbst das war mehr ein Triumph der Willensstärke, als das Ergebnis überschäumender und grenzenloser Spielfreude. Nicht, dass ich schönen Fußball unbedingt brauche. Mir ist der Erfolg wichtig, und der wird nun mal in der Regel durch attraktiven Fußball bewerkstelligt. Manche haben aber auch Erfolg mit einer ziemlich hässlichen Art von Fußball, wie der von mir sehr geschätzte José Mourinho.

Nur, das Problem mit diesem unansehnlichen Fußball ist folgendes – stellt sich kein nennenswerter Erfolg ein, steht man als Trainer ziemlich schnell – und zurecht – in der Kritik. Anders als ein Übungsleiter, der die hohe Kunst des Fußballs praktizieren lässt, das schöne Spiel. Diesem gibt man für gewöhnlich mehr Zeit. Warum auch immer. Sie merken jetzt wahrscheinlich, worauf ich hinaus möchte. Wie gesagt, es steht mir wirklich nicht zu, Sie direkt zu kritisieren. Aber ich darf mich über das beschweren, was seit geraumer Zeit auf dem Platz stattfindet. Das steht jedem Fan zu. Und ich muss fassungslos registrieren, dass der RWE nun beide Ligaspiele gegen den Stadtrivalen FC Kray verloren hat. Aber jetzt noch explizit darauf einzugehen, dafür fehlt mir die Zeit und die Lust.

Einen schönen Tag.

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