Willkommen in Katar


Ja, liebe Fußballer, Offizielle, Fans und Freunde des FC Schalke 04 und von Bayern München. Die autokratische Erbmonarchie Katar – von Reise- und Touristikunternehmen gerne auch Königreich (so wie im Märchen) oder Emirat genannt – heißt euch ganz herzlich Willkommen. Prima, so ein komplett finanziertes Trainigslager im Winter. Bekanntermaßen steht Bayern München ja kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, und auch Schalke 04 bekommt vom mehrheitlich staatseigenen russischen Energieriesen Gazprom nur unwesentlich mehr als drölf Euro fuffzich im Monat. Da ist man schon mal auf selbstlose, absolut uneigennützige Gönner angewiesen, die mit dem Aufenthalt der beiden deutschen Renommierklubs nur ihr eigentlich schon ganz hervorragendes Image noch ein wenig mehr aufpolieren möchten.

Hey, dass in Katar zur Zeit, ach ne, schon seit geraumer Zeit, unter menschenunwürdigen Bedingungen an Stadien und Infrastruktur für die WM Zweitausendinteressiertmichnicht gesklavt wird, na und? Warum sich darüber Gedanken machen, schließlich ist Katar – respektive die Fluggesellschaft Qatar Airways, die natürlich dem Staat gehört – seit Jahren Trikotsponsor des FC Barcelona, das Katarische Tourismusbüro überweist Jahr für Jahr 200 Millionen Euro an Paris Saint-Germain (Verstoß gegen das selbstauferlegte Financial Fairplay der UEFA? Ach Quatsch. Der Sohn von UEFA-Präsident Michel Platini arbeitet schließlich als Rechtsanwalt für Quatari-Investment, richtig, wir ahnen es, dem offiziellen Besitzer von PSG). Und Pep Guardiola, angesehener und weltoffener Trainer des FC Bayern ist WM-Botschafter von Katar. Dazu gesellt sich, wie immer, die lebende Legende Franz Beckenbauer, mit dem ebenso vertrauenswürdigen wie originellen Bonmot, Habe nicht einen einzigen Sklaven gesehen. Der Firlefranz hat bekanntlich immer recht. Schön, dann ist ja alles im grünen Bereich.

Und dass Katar unter, nennen wir es beschönigend, „Generalverdacht“ steht, die faschistoide und größenwahnsinnige Terror-Miliz Islamischer Staat mit üppigen Geldzuwendungen zu unterstützen, und dazu terroristischen Gruppierungen des Nahen Ostens Unterschlupf sowie Logistik gewährt und anbietet, das kann doch jetzt niemanden wirklich ernsthaft interessieren, angesichts der honorigen und unfehlbaren Personen und Institutionen, die mit ihrem Namen und ihrem guten Ansehen für das Emirat Katar und dessen integren Absichten einstehen. Oder?

Herzlich Willkommen bei Freunden.

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