In Memoriam


Es trifft einen eigentlich immer unvorbereitet und unverhofft, wenn jemand stirbt. Der Tod ist einfach zu weit entfent von unserer Gedankenwelt, als dass wir ihm einen schnellen und vor allem permaneneten Zugang gestatten würden. Oder es möchten. Selbst, wenn man mit dem nahenden Tod eines Verwandten, eines Bekannten oder einfach nur einer beliebten Persönlichkeit des öffentlichen Lebens rechnen muss, aus welchen Gründen auch immer, so kommt dieser, wenn er dann eintritt, oft mit einer solch brachialen, unerwünschten und am Ende so plötzlichen Gewalt, dass es die meisten von uns vollkommen schutzlos trifft, und die absolute Nachhaltigkeit des Ganzen schwer zu verarbeiten ist.

Nun ist gestern mit August Gottschalk, dem Kapitän der Essener Meisterelf von 1955, niemand gestorben den ich persönlich gekannt habe. Auch war August Gottschalk keine Person, die mein Leben als Mensch und Fan in den letzten Jahren, gar Jahrzehnten, beeinflusst hat. Dafür ist seine Zeit, die Zeit dieser Mannschaft, dieser Epoche zu lange her. Als RWE-Fan jeden Alters weiß man natürlich genau wer August Gottschalk war, man kennt seinen Werdegang, seine Verdienste um den Verein. Aber er war eben nicht, wie soll ich es sagen, stets präsent in meiner rot-weissen Welt, wie zum Beispiel jüngere „Helden“ des Vereins, oder solche, die denken sie wären welche.

Und trotzdem, man hat das Gefühl, nein, man weiß es, dass da jemand die Brücke verlassen hat, der für den RWE wichtiger war, ist und immer sein wird, als manch ganze Mannschaften, die in den letzten Jahren, Spielzeiten, für Rot-Weiss Essen auf dem Rasen an der ehrwürdigen Hafenstraße 97a standen. Denn es gibt in jedem Verein, wie groß, klein, wichtig oder unbedeutend er auch sein mag, immer nur eine Handvoll Spieler, die es verdienen als Legende bezeichnet zu werden. Viele denken sie wären eine, andere möchten gerne eine werden. Aber nur sehr wenigen ist es vergönnt, schon zu Lebzeiten tatsächlich eine zu sein. August Gottschalk war wer, ist wer, bleibt wer.

Mein Beileid seiner Familie und den Angehörigen.

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3 Gedanken zu “In Memoriam

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