Die Rückkehr des Killer-Konfettis

Hallo lieber Praktikant der Feuerwehr Essen,

vorab – ich hege allerhöchsten Respekt vor dem Berufsstand des Feuerwehrmanns. Natürlich auch vor dem der Feuerwehrfrau, das muss man in Zeiten der Genderpolitik erwähnen, ansonsten kriegt man von Grünen und Linkspartei einen auf den Deckel. Jemand, der zum Beispiel ein brennendes Haus betritt, um das Leben eines anderen Menschen zu retten, und dabei sein eigenes riskiert, der ist für mich mehr Held als irgendein Fußballer es je sein kann.

Aber, lieber Praktikant, wie in jedem Berufszweig scheint es auch bei der Feuerwehr Leute zu geben die leicht einen an der Klatsche haben. Nehmen wir zum Beispiel mal Dich, als Entscheider der Feuerwehr beim Spiel gestern Abend im Stadion Essen. Wie ich von einem Informanten der Szene (ich habe auch Verbindungen zur Cosa Nostra und zum holländischen Alpenverein) erfahren habe, hatten die Ultras Essen vor, das Spiel gegen Tante Lotte mit einem Konfettiregen zu eröffnen. Rund 100 Säcke wurden gefüllt, auf der Westtribüne sollte das Konfetti verteilt und dann, was einen Konfettiregen eben so ausmacht, in die Luft geworfen werden. So weit, so gut. Nein, eben nicht gut. Denn Du, lieber Praktikant der Feuerwehr Essen, hast Anweisung an den Ordnungsdienst gegeben das Konfetti zu konfiszieren. Oder beschlagnahmen, sicherstellen, keine Ahnung wie Du es formuliert hast. Mir der Begründung – Wegen Brandgefahr und Fluchtwegversperrung. Ok. Lieber Praktikant, die Fluchtwegversperrung, auf diesen Schwachsinn gehe ich gar nicht erst groß ein. Das ist so ein neudeutsches Wort, erfunden von einem Paragraphenspinner, davon ab hindert mich ein Sack Konfetti in keinster Weise einen Weg zu finden, sei es auf der Flucht oder auf dem Weg von der Kneipe nach Hause.

Brandgefahr…gut, lieber Praktikant, natürlich kann Konfetti brennen. Aber führen wir diesen, nennen wie es mal Gedanken, einfach mal logisch weiter. Was bitte kann nicht brennen? Möchtest Du im Stadion alles verbieten was brennen kann, was entflammbar ist? Dann sei bitte auch konsequent. Zaunfahnen – verbieten. Die Pappschale der Bratwurst – verbieten. Nicht zu vergessen – Kleidung. Die muss auch verboten werden, schließlich kann Kleidung auch brennen. Das wäre doch was, wenn wir alle nackt ins Stadion kommen. Ich bin bereit, meine Handykamera ist immer am Mann.

Was mich auch interessiert, lieber Praktikant, wie hast Du eigentlich reagiert, als Du die Horde Fußballfans mit den gefährlichen Konfettisäcken gesehen hast? Hast Du einen Notruf an die Zentrale abgesetzt, Mayday, mayday, etwa 20 Konfettikiller kommen Richtung Stadion, wie können wir sie stoppen? Oder hast Du diese bekloppte Entscheidung eigenständig gefällt? Lieber Praktikant, googel mal „New York Konfettiparade“. Auf dem Times Square finden seit rund 130 Jahren zu allen möglichen Gelegenheiten Konfettiparaden statt, in einem Ausmaß, da ist ein Konfettiregen in einem Stadion ein Klacks gegen. Und, lieber Praktikant, weder ist da mal etwas passiert, noch gab und gibt es da jemanden im verantwortlichen Bereich der so ein lächerliches Geltungs- und Machtbedürfnis hat wie Du.

Ich rufe hiermit alle Besucher des nächsten Heimspiels auf, Konfetti mitzubringen und dieses zum Anpfiff in die Luft zu werfen. Gerne auch Klorollen oder Luftschlangen. Aber vorsicht – der Biss einer Luftschlange kann tödlich sein!

P.S.: Liebe Ultras, ein Boykott ist Unsinn. Wer boykottiert, der lässt den Auslöser des Boykotts am Ende als moralischen Sieger dastehen. Das zeigt die Geschichte.

Die Story

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2 Gedanken zu “Die Rückkehr des Killer-Konfettis

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