Das Hochamt der Scheinheiligen


Ja, Uli Hoeneß hat Steuern hinterzogen. Im großen Stil. Maßlos, exorbitant. Ja, er war der Mann mit dem erhobenen Zeigefinger, der seit nun fast 30 Jahren unermüdlich, leider auch oft selbstverliebt, auf Missstände in dieser Gesellschaft hingewiesen hat. Ja, damit hat er sich letztendlich selbst ins Knie geschossen.

Nein, ich beteilige mich nicht an dieser seit Tagen laufenden medialen Hetzjagd. Ich prügel keine Sau durchs Dorf, bewaffnet mit Mistgabel und Fackel. Nein, ich lache auch nicht über dämliche Bildchen, die ihn im Knast zeigen. Angefertigt von infantilen Vollidioten, denen Mami unverständlicherweise die Flatrate zahlt. Die nicht mal in der Lage sind, Hoeneß zu schreiben. HoenesHöness. Nein, ich bin kein Bayernfan. Nein, ich bewundere Uli Hoeneß nicht.

Aber was ich tue – ich gönne Menschen, die aus der Causa Hoeneß eine Art primitives Vergnügen ziehen, die deutliche Steigerung ihres Testosteronhaushaltes. Wenn man sich denn von niederen Instinkten leiten lassen möchte, bitte, es steht jedem frei. Vielleicht reicht es sogar für eine Morgenlatte am Mittag. So ganz ohne Macchiato.

Das Hochamt der Scheinheiligen

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