Ich werde nie beim Fernsehen arbeiten


Als Blogger (oder als jemand, der so tut, als würde er einen ernsthaften Blog betreiben), lernt man schon mal per Zufall Leute wie Ulli Potofski, Sky-Moderator und RTL-Urgestein kennen. Wenn man dann um eine kurze und knackige Anekdote bittet, und diese so herrlich old school und selbstironisch ausfällt, um so besser.

Eine Fahne hängt aus meinem Kinderzimmer. Meine Eltern finden das nur bedingt lustig. Eine Schalker Fahne. Im Fernsehen (ARD) haben sie gerade gesagt, Schalke hätte 2:1 gewonnen.

Es gibt keine Handys. Keinen Videotext. Kein Internet. Es muss so um 1964 gewesen sein. Fackeln und Feuer gab es auch nicht im Stadion. Höchstens ein paar Schreihälse. Ich schaue aus dem Fenster. Warte auf die Zuschauer aus dem Stadion. Die werden mir gleich erzählen, wie das Spiel gelaufen ist. Wir wohnen in Gelsenkirchen. Wir hatten heute das Eintrittsgeld für die Glückauf-Kampfbahn (das waren noch Namen für Fußballplätze!) nicht zusammenbekommen. Da kommen die ersten Fußballfreunde aus dem Stadion am Fenster vorbei. „Wie war das Spiel?“ spreche ich sie an. „Scheiße…wenn man verliert!“ lautet die Antwort. „Wie verloren?“ frage ich. „Im Fernsehen haben sie gesagt, 2:1 gewonnen!“ Der Typ schaut nach oben. „Junge, glaub nicht alles, was sie in der Glotze sagen.“ Dann schiebt er noch nach „Scheiß Fernsehen!“ Für mich stand fest : Ich werde nie beim Fernsehen arbeiten!

© by Ulli Potofski

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