Coming-Out der Hirntoten


Was gestern noch überraschender war als das Coming-Out von Thomas Hitzlsperger (ich hatte eher Oliver Kahn auf dem Zettel), war das Coming-Out einiger homophoben Arschlöcher in den Weiten der sozialen Netzwerke. Immer wenn man denkt, billiger und primitiver geht es nicht mehr, siehe da, geht doch. Kommentare wie „Schwabenschwuchtel“, „Analritter“ oder „Homofürst“ sind noch harmlos, was sich mancher Sonderschüler, der von Mutti unverständlicherweise die Flat gezahlt bekommt, aus seinen schwitzigen Fingern saugt geht gar nicht mehr. Schäbige kleine Witze, über die man, als eine Person mit einfach nur gesundem Menschenverstand, schon in der 6. Klasse nicht mehr lachen konnte. Aber manche sind in ihrer geistigen Entwicklung stehengeblieben, oder befinden sich ganz allgemein auf dem Niveaulevel eines Neandertalers.

Was macht Homophobe eigentlich aus? Ich glaube, die Angst vor allem Fremden, die panische Vorstellung, mit etwas konfrontiert zu werden was man nicht kennt. Was das eigene, sinnlose Leben streifen könnte. Homophobe haben mit Sicherheit noch nie Stierhoden probiert (bitte nur im Urlaub in Spanien, hier kommen gleich empörte Tierschützer um die Ecke), machen Urlaub bevorzugt auf Balkonien und haben einen Ödipus-Komplex. Ok, die Vorstellung, mit einem Mann Sex zu haben, löst im mir ehrlich gesagt ein wenig Unbehagen aus. Männer haben keine wunderschönen Brüste, keinen Apfel- oder Birnenhintern, keinen sinnlichen Mund (wie da ganz oben), nur eine merkwürdige Apparatur, die meist schlaff und faltig zwischen den Beinen hängt. Und nach diversen Bieren schon mal out of order ist. Gott dachte sich schon was, als er Eva erschuf.

Aber, und das ist der springende Punkt, jeder wie es ihm gefällt. Und kein Mensch auf dieser großen, weiten Welt hat das Recht, einen anderen wegen dessen sexueller Gesinnung anzufeinden. Also, liebe Homophobe, Fresse halten. Gründet einen Club, feiert Eure Männlichkeit (die ein Trugschluss ist), begehrt Frauen, die Ihr wegen Eurer Dummheit nie bekommen werdet (Frauen lieben Schwule und hassen Euch) und freut Euch darüber, dass Ihr trotz Eurer Dummheit morgens immer wieder die Schnürsenkel zugebunden kriegt.

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5 Gedanken zu “Coming-Out der Hirntoten

  1. Was soll ich sagen: Bravo!

    Mehr kann man fast nicht hinzufügen. Scharfe Zungen braucht das Land, aber wenn immer nur wir (ich bin ein Analritter, ein Homofürst, aber -liebe ‚Erbsenhirnkandidaten‘ mit Verlaub- keine Schwaben- sondern eine ‚Schweizerschwuchtel‘) uns zu Wort melden, fühlt man sich manchmal auch alleine unter ’seines Gleichen’….

    Dann aber kommen solche Blogs, kommen unterstützende Kommentare von Tagesschaumoderatorinnen (Danke Frau Esther Schapira, ARD), oder auch ganz einfach Schulterklopfen aus dem nahen Umfeld von sogenannten ‚Normalen‘ -Heterosexuellen- Mitmenschen.

    Da gehört auch mal ein ‚DANKE‘ hin!! Denn klar, für die meisten ist es heute genau so normal Schwul oder Lesbisch zu sein, wie wenn man Hetero ist. Dies aber ist nicht selbstverständlich und so ist auch vielen Schwulen- und Lesben Generationen vor mir zu verdanken, dass wir heute da stehen wo wir sind. Dazu gehörte ebenso viel Kampf wie auch Leid!

    Kurzum (sonst verplaudere ich mich mal wieder): DANKE für deine Unterstützung durch diesen Blog. DANKE, dass du so über uns denkst und DANKE für künftige tolle Statements… 🙂 ich habe gerade beschlossen, dir hier weiter zu folgen. Ich wurde per Zufall durch einen Freund auf FB auf dich aufmerksam.

    Grüsschens aus dem Schweizer Ländle
    Ralph

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