Very Important Person

Durch eine Fügung des Schicksals (oder einfach nur die Gunst eines Gönners) hatte ich die Gelegenheit, das „Spiel“ gegen Fortuna Köln in der Sparkassen-Lounge zu verfolgen. Da für den Abend recht niedrige Temperaturen angesagt waren, ok, gerne. Warum mal nicht. Man ist ja nicht weniger Fan, wenn man sich das Spiel hinter einer Glasscheibe anschaut, bei geregelten 19° Celsius und Currywurst all you can eat. Ernsthaft! Na gut, zumindest wurde deutlich, dass Rechtsanwalt Dr. XY nicht viel weniger Ahnung vom Spiel hat, als der gemeine Steher. Einige Erwartungen, die mit meinem Besuch bei den Reichen und Schönen dieser Stadt verknüpft waren, wurden jedoch leider nicht erfüllt. Waren in meiner Phantasie die weiblichen Besucher der Lounge durch die Bank dralle, begehrenswerte, willige und sich in jeder Playboy-Ausgabe gut machende Ladykracher Anfang dreißig, bevorzugte die Realität eher leicht verwelkte Mitvierzigerinnen, Typ vom Leben leicht gezeichnete Sozialpädagogin. Vielleicht bin ich aber auch nur etwas zu anspruchsvoll, und sollte endlich die gegebenen Tatsachen von Angebot und Nachfrage akzeptieren. Auch die erwartete Kaviar- und Champagnerbar war nur ein frommer Wunsch, getafelt wurde einfach und gutbürgerlich. Wo ist jetzt also der Unterschied (abgesehen vom Preis und den damit verbundenen Leistungen) zwischen einem normalen Stehplatz und einem in der Lounge? Oder dem in einer Loge? Ganz einfach. Man kann sich nach dem 0:3, wie am Mittwoch, vom „Spiel“ abwenden und mit anderen Dingen befassen. Denn alles, wirklich alles ist ab so einem Zeitpunkt interessanter als das grauenhafte Gestümpe da unten auf dem Rasen. Fazit: Kann man haben, muss man nicht. Auch Menschen in Logen sind aufrichtige Fans, manche mehr, manche weniger. Ich werde aber wieder und weiterhin auf den Rängen sein, ist mir am Ende dann doch ehrlicher. Aber so einmal im Jahr, während eines kalten und nassen Winters, ist es eine interessante und abwechslungsreiche Sache. Geben Sie es zu, sie spielten auch schon mal mit dem Gedanken. Trotz der Sozialpädagoginnen.

An dieser Stelle vielen Dank an die blonde, superfreundliche Servicekraft, die mein Weizenbierglas immer im Auge hatte. Ihren Namen habe ich leider vergessen.

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