Arbeiten in Teilzeit


Wer am Freitagabend im Stadion Essen war, und daher dummerweise nicht in einem Whirlpool mit ein paar schwedischen Austauschstudentinnen und reichlich Vodka, dem wird die große Diskrepanz zwischen den beiden Halbzeiten aufgefallen sein. Stimmten in der zweiten wenigstens der Einsatz und der Kampf, wenn auch immer noch nicht das spielerische Element, war in der ersten eigentlich nur eins zu beobachten – nichts. Die Spieler agierten in der Mehrzahl wie ein aufgeschrecktes Kaninchen im Angesicht einer Schlange. Oder wie ein geblendetes Reh im Scheinwerferlicht eines nahenden Autos. Warum? Der KFC Uerdingen ist jetzt nun wirklich kein Gegner, der angesichts seiner brutalen Klasse beim Betreten des Rasens eine Schockstarre auslösen sollte. Und wieso war diese Schockstarre mit Beginn der zweiten Halbzeit plötzlich verschwunden?

Ich habe dafür keine Antwort, Küchentisch-Psychologie ist mein Ding nicht. Aber eins weiß ich. Wenn ich, als normaler Arbeitnehmer, Dienst von 8 bis 17 Uhr habe, dann bedeutet das, dass der Dienst um 8 beginnt. Ich verbringe die Zeit bis halb 1 nicht damit meinem Chef aus dem Weg zu gehen, mich vor Kundenkontakt zu drücken, auf Anrufe nicht zu reagieren und E-Mails zu ignorieren. Oder einfach nur blöd aus dem Fenster zu sehen. Denn genau das ist, auf ein Fußballspiel übertragen, am Freitag in der ersten Halbzeit passiert. Und das ist absolute Scheiße und sollte nicht wieder vorkommen. Es sei denn, man spielt gegen den FC Barcelona.

Nichts für ungut.

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