The dark side of the moon


Sind Sie Kunde im E-Netz? Ich meine in Sachen Handy, Smartphone. Falls ja, willkommen im Club der Blinden und Tauben. Nicht, dass die Netzabdeckung im Georg Melches Stadion perfekt war. Abstürze gab es dort regelmäßig. Aber seit dem Umzug ins altehrwürdige Stadion Essen, Herr im Himmel. Ab ca. 30 Minuten vor Spielbeginn, sprich, wenn es schon gut besucht ist, ist Empfang quasi nicht mehr vorhanden. Nur ab und zu flackert mühsam ein Signal für den Datenverkehr auf, um nach wenigen Sekunden wieder zu verglimmen. Gut, Sie werden jetzt einwenden dass es egal ist, man das Spiel sehen und nicht sein Handy penetrieren soll. Absolut richtig. Aber ich zahle für meinen Vertrag, und ich möchte uneingeschränkt Zugriff auf mein Netz haben. Kommen Sie nicht mit „Ist ’ne Großveranstaltung, liegt an der Menschenmasse“. Ich war schon in diversen Menschenmassen, aber die einzige, in der das Netz permanent stirbt, trifft sich im Stadion Essen. Davon ab, gerüchteweiser muss der Staatsratsvorsitzende Dr. Michael Welling sein Büro verlassen, möchte er ein Handygespräch führen. Oder ganz nah ans Fenster gehen. Nicht nur an Spieltagen.

Wie gesagt, es ist nicht lebensnotwendig. Aber was, wenn ausgerechnet während eines Spiels Lindsay Lohan versucht mich zu erreichen, um das Date für den Abend zu bestätigen. Und mich eben nicht erreicht. Genau, Scheiße. Als Apollo 8 Ende 1968 zum ersten Mal den Mond umkreiste, waren die Astronauten eine Zeit lang ohne Verbindung zur Erde, zur Welt. Ich möchte kein Astronaut sein. Auf der dunklen Seite des Mondes.

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